Fernbeziehung erfordert viel Kommunikation

Von: dapd
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Dinslaken. Fernbeziehungen können belastend sein. Egal ob die Partner in zwei getrennten Haushalten leben oder einer der beiden nur während der Woche in einer anderen Stadt arbeitet.

Um diese Situation zu meistern, sei Kommunikation das „A und O”, sagt die Paar- und Familientherapeutin Brigitta Seidel aus Dinslaken: „So zeigt der Partner, dass er auch dann Anteil am Leben des anderen nimmt, wenn es schwierig ist, den Anschluss zu behalten.”

Alles Weitere sei sehr individuell: „Jeder hat andere Bedürfnisse. Einer braucht mehr Nähe, der andere mehr Distanz.” Deshalb solle man immer ausloten, was der andere möchte, welche Liebesbeweise ihm eine Freude machen könnten. Brigitta Seidel unterscheidet zwischen fünf Möglichkeiten, seine Zuneigung in einer Fernbeziehung zu zeigen: kleine Geschenke, Hilfsbereitschaft, Zärtlichkeit, Zeit und Lob. Was als Geschenk angemessen sei, hänge davon ab, was zum Schenkenden und zum Beschenkten passt.

Ob zwischendurch als Überraschung per Post verschickt oder beim nächsten Treffen persönlich übergeben: Beides habe seinen Reiz. Ein Geschenk könne auch sein, dem anderen ganz unverhofft per Mail oder SMS etwas Nettes zu sagen. Hilfsbereitschaft könne zum Beispiel bedeuten, dem anderen Arbeit abzunehmen, etwa wenn man während der Arbeitswoche die Rechnungen bezahlt oder Erledigungen macht.

Zeit zu zweit einplanen

Da man Zärtlichkeiten über die Entfernung notgedrungen nicht austauschen kann, sollte man sich in den raren gemeinsamen Stunden bewusst Zeit für sie nehmen, rät die Therapeutin. Wenn Kinder da sind, sei es natürlich schön, wenn der sonst abwesende Partner sich mit ihnen beschäftigt. Für die Beziehung sei es aber wichtig, „ruhig auch mal Zeit zu zweit ohne die Kinder einzuplanen”.

Zeit sei generell ein wichtiger Faktor. Man solle im Alltag regelmäßig Zeit für Telefonate einrichten, um mit dem Partner über Erlebnisse und Gefühle zu sprechen und ihn aus der Ferne bei Problemen zu unterstützen. „Das muss man bewusst in den Alltag integrieren; schließlich ist es nicht so einfach möglich wie bei einem gemeinsamen Leben, indem man sich im Laufe eines Abends quasi nebenbei über seine Erlebnisse und Bedürfnisse unterhalten kann.” Brigitta Seidel empfiehlt, sich mehrmals wöchentlich auszutauschen, um am Leben und an der Entwicklung des anderen teilhaben zu können. „Sonst ist die Gefahr groß, sich auseinanderzuleben.”
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