Familienausflug in luftiger Höhe

Familienausflug in luftiger Höhe

Von: ddp
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Noch vor einigen Jahren wurden Hochseilgärten und Kletterparks vor allem genutzt, um in luftiger Höhe die sozialen Kompetenzen von Managern zu schulen. Mittlerweile haben sie sich immer mehr zum Erlebnisgarten für Familien entwickelt. Foto: ddp

<b>Hannover/Pfronten/Kassel. </B>Die Knie zittern, der Schweiß rinnt unter dem Schutzhelm hervor. In 15 Metern Höhe gilt es, die Nerven zu behalten und bloß nicht nach unten zu schauen.

Denn ein Besuch im Hochseilgarten ist immer ein Balanceakt: Vorsichtig setzen die Besucher auf dünnen Metallseilen einen Fuß vor den nächsten. Vor dem Hinunterfallen schützt sie ein Sicherungsseil.

Noch vor einigen Jahren wurden Hochseilgärten und Kletterparks vor allem genutzt, um in luftiger Höhe die sozialen Kompetenzen von Managern zu schulen. Mittlerweile haben sie sich immer mehr zum Erlebnisgarten für Familien entwickelt.

„Hochseilgärten eignen sich wegen ihrer Vielseitigkeit vor allem für Jugendliche und ältere Kinder”, sagt Henning Böhmer vom Europäischen Seilgartenverband (ERCA) in Hannover. Um Verletzungsgefahren vorzubeugen, sollten sich Familien aber vor einem Besuch im Kletterpark gut über die jeweilige Anlage informieren.

„Ein Hochseilgarten besteht aus Balken, Seilen oder ganzen Seilbrücken, die miteinander verbunden sind”, erläutert Böhmer. Auf dem Parcours in luftiger Höhe müssen die Besucher Hindernisse überwinden: Balancierbalken und Seilschlaufen gilt es ebenso zu bezwingen wie aufgehängte Holzscheiben, die bei jedem Schritt nachgeben.

Ähnlich wie auf Skipisten sind die verschiedenen Schwierigkeitsgrade - ob für Kinder geeignet oder für fortgeschrittene Kletterer - meist mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.

Vor allem Bewegungsgefühl, Gleichgewicht und Kraft sollen in Hochseilgärten geschult werden. Durch die Vielseitigkeit der Übungen sei der ganze Körper gefordert, erklärt Thomas Osterried vom Deutschen Alpenverein. Allerdings stehe der Spaßfaktor, mit der Familie einen Tag in der freien Natur zu verbringen, bei der Mehrzahl der Besucher im Vordergrund.

„Die meisten Hochseilgärten sind ab sechs Jahren zugänglich”, berichtet Osterried. Immer mehr Kletterparks böten auch sogenannte Bambini-Parcours in geringer Höhe für Kinder zwischen vier und sechs Jahren an. „Die Größe und das Körpergewicht sind beim Klettern zweitrangig, denn die Hindernisse sind für alle zu bewältigen”, fügt der Kletterexperte aus Pfronten hinzu.

Für den Besuch eines Hochseilgartens sollte man „körperlich belastungsfähig sein und keine Höhenangst haben”, betont Böhmer. Zudem dürften keine Handys oder Schlüsselbunde auf den Parcours mitgenommen werden. Schmuck müsse man ebenso ablegen.

Osterried empfiehlt, einen vom TÜV oder vom ERCA zertifizierten Hochseilgarten aufzusuchen. „Außerdem sollte durch den Betreiber eine ausführliche Einweisung erfolgen, in der das Sicherheitssystem und die Übungen des Parcours erklärt werden„, erläutert der Experte. Wichtig sei auch, dass auf einem sogenannten Lernparcours in Bodennähe mit einem Trainer das Ein- und Aushaken an den Seilen geübt werde.

Bevor Besucher die Holzleitern hinaufsteigen, werden sie mit Klettergurt und Helm ausgerüstet. Mit Hilfe von zwei Karabinerhaken hängen sie sich dann an die Sicherungsseile, die über den Parcours gespannt sind. Die Sicherheitssysteme sind jedoch von Park zu Park unterschiedlich. Andrea Metz, Bildungsreferentin bei der Deutschen Wanderjugend in Kassel, rät, bei der Auswahl des Hochseilgartens auf eine Sicherung zu achten, an der man auf dem kompletten Parcours hinweg befestigt sei.

„Diese sogenannte kontinuierliche Sicherung beinhaltet keine Fehlerquellen„, betont sie. Dagegen seien Hochseilgärten, in denen man seine Sicherung zwischen den einzelnen Station selbst umhängen müsse, für Fehler anfälliger. Bei Aufregung oder Angst könne man sich hier schneller „verhaken” und in Gefahr geraten. Interessierte können im Internet unter http://kletterparks.info Hochseilgärten in der Nähe suchen.
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