Berlin - Familien fordern mehr Betreuung und flexible Arbeitszeiten

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Familien fordern mehr Betreuung und flexible Arbeitszeiten

Von: ddp
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Viele Familien in Deutschland spüren einer Umfrage zufolge die Auswirkungen der Wirtschaftskrise unmittelbar. Foto: dpa

Berlin. Viele Familien in Deutschland spüren einer Umfrage zufolge die Auswirkungen der Wirtschaftskrise unmittelbar. So gaben 34 Prozent der Befragten an, in Jobs zu arbeiten, die von der Krise direkt betroffen sind, ergab die am Dienstag in Berlin veröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertete die Ergebnisse als Aufforderung zur Schaffung familienfreundlicher Arbeitsplätze. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind gute Rahmenbedingungen im Berufs- und Alltagsleben wichtiger denn je”, sagte Leyen. Junge Familien forderten in der Umfrage bessere Betreuungszeiten und flexible Arbeitszeiten.

Zum zweiten Mal nach 2008 untersuchte das Institut für Demoskopie Allensbach die Entwicklung des Familienlebens in Deutschland. Dafür wurden 1800 Bürger ab 16 Jahren befragt. Die Studie zeigt auch: In der Krise ist die Familie für viele Deutsche der wichtigste Rückhalt.

60 Prozent der Befragten zeigten sich optimistisch, dass sie auf die Unterstützung von Verwandten vertrauen könnten, sollten sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Gerade in schlechten Zeiten zeige sich, „dass die Familie das entscheidend soziale Netz ist, auf das man bauen kann”, sagte von der Leyen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei ein „Garant” für soziale Sicherheit, betonte von der Leyen.

Insbesondere der Ausbau der Kinderbetreuung gehe voran, betonte die Ministerin und wies außerdem auf den Kinderzuschlag hin, der ein „durchschlagender Erfolg” gewesen sei: „Heute sind über 250.000 Kinder durch den Kinderzuschlag aus der Armutsgefährdung heraus”, sagte von der Leyen. Auch das Elterngeld bewertete sie als Erfolg. Es sei „ein stabilisierender Faktor, insbesondere für Familien mit kleinen Einkommen”, sagte die CDU-Politikerin und sprach sich für die Einführung eines Teilelterngeldes aus.

Familien in Deutschland in sieben Daten

Die Studie „Einstellungen und Lebensbedingungen von Familien 2009” zeigt, wie Familien ihre Situation bewerten und was sie als dringendste Probleme bewerten. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte 1800 Personen ab 16 Jahren.

- 34 Prozent der Befragten gaben an, ihr Betrieb sei von der Krise betroffen, deutlich stärker trifft es die Väter minderjähriger Kinder: 47 Prozent spüren die Auswirkungen der Krise, bei den Müttern sind es 25 Prozent.

- 80 Prozent fordern, der Staat sollte insbesondere Familien unterstützen, die trotz eines Einkommens nicht genug Geld haben.

- Die wichtigste Aufgabe für eine gute Zukunft in Deutschland ist nach Ansicht der Befragten die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Für 86 Prozent hat dies Priorität. 51 Prozent der Befragten bezeichneten die Förderung junger Familien als wichtig, 43 Prozent forderten eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

- Als besonders wichtig für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf nannten 74 Prozent ausreichende Plätze in Kindergarten oder Hort, 72 Prozent sprachen sich für bessere Ganztagsbetreuung aus und 71 Prozent forderten mehr Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten.

- 46 Prozent der Eltern mit minderjährigen Kindern sehen den Betreuungsausbau in der eigenen Kommune „auf einem guten Weg”.

- Der Hauptgrund für Zeitmangel in der Familie ist die berufliche Belastung. 14 Prozent der Befragten insgesamt sehen das so, bei den Vätern mit minderjährigen Kindern sind es 36 Prozent.

- 33 Prozent bezeichnen den Zusammenhalt in der Familie als „sehr eng”, 42 Prozent als „ziemlich eng”.
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