Hamburg - Eine Eins für die Sicherheit - Den Schulbeginn richtig planen

Eine Eins für die Sicherheit - Den Schulbeginn richtig planen

Von: Heiko Haupt, dpa
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Eine Eins für die Sicherheit - Den Schulbeginn richtig planen
Aufgabe der Eltern ist es, den sichersten Schulweg für ihre Kinder zu ermitteln. Anschließend sollten sie ihren Nachwuchs frühzeitig mit der Route und den Gefahrenstellen vertraut machen. Foto: dpa

Hamburg. Spät aus den Federn, schnell noch einen Kakao und dann eilig auf dem kürzesten Weg zur Schule, um noch rechtzeitig anzukommen. Das ist in manchen Familien die Normalität für Schulkinder - und es ist vollkommen falsch. Denn wenn das Schuljahr nach den Ferien wieder beginnt und sich die Erstklässler morgens aufmachen, dann sollte eines im Mittelpunkt stehen: Die Sicherheit.

Dazu gehört auch, dass morgens genügend Zeit eingeplant wird. Außerdem gilt: Der sicherste Schulweg ist nicht immer der kürzeste. Deshalb sollten sich Eltern und Kinder frühzeitig mit dem Thema Schulweg beschäftigen.

Die Vorbereitung auf den Schulstart sollte schon lange vor der Einschulung beginnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Erstklässler meist noch gar nichts von Dingen wie Verkehrsregeln wissen. Zu den Aufgaben der Eltern zählt daher, den sichersten Weg zur Schule zu ermitteln, so die Deutsche Verkehrswacht (DVW) in Bonn.

Eltern gehen den Weg am besten mehrmals mit ihren Kindern ab. Dabei sollten sie zum Beispiel die Bedeutung von Verkehrszeichen erläutern oder erklären, wie eine mit einem Druckknopf gesteuerte Fußgängerampel eigentlich funktioniert.

Das noch geringe Alter der Kinder ist dabei immer zu berücksichtigen. Laut dem Automobilclub von Deutschland (AvD) in Frankfurt/Main entwickelt sich ein echtes Gefahrenbewusstsein erst im Alter von acht oder neun Jahren.

Für einen Erstklässler können ständige Hinweise auf Gefahren daher eher eine Art „Merk-Ballast” sein. Statt nur auf mögliche Fehler aufmerksam zu machen, kann es hilfreicher sein, die korrekten Verhaltensweisen zu erläutern. Das Kind lernt dadurch vielmehr die positiven und richtigen Dinge.

Also nicht nur davor warnen, blindlings auf die Straße zu rennen, sondern klare Merksätze vermitteln wie: „An der Straße schaue ich immer rechts-links-rechts” oder „Ich gehe nur auf dem abgesprochenen Schulweg”.

Bei der Wahl des Weges sollten Eltern außerdem darauf achten, wie und wo sich die Straßen am sichersten überqueren lassen. Eine Route mit Ampeln, Zebrastreifen und Mittelinseln ermöglicht sichere Wechsel. Zudem sollten diese Bereiche übersichtlich sein.

Auf keinen Fall darf auf dem Schulweg Hektik aufkommen - die erhöht das Fehlerisiko. Denn wenn es schnell gehen muss, wird eben doch nicht „rechts-links-rechts” geschaut. Wichtig ist, genügend Zeit am Morgen einzuplanen, damit das Kind in Ruhe aufstehen und frühstücken kann - und anschließend noch ein Zeitpolster hat, um rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn den Klassenraum zu erreichen.

Nicht zu unterschätzen sind Möglichkeiten, die passive Sicherheit zu erhöhen. Es sollte zum Beispiel nicht der alte Ranzen aus dem Familienbesitz genutzt werden. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn rät zu moderner Kleidung und einer modernen Schultasche mit Reflektoren.

Diese sorgen dafür, dass andere Verkehrsteilnehmer ein Kind frühzeitig erkennen. Das ist vor allem in den Herbst- und Wintermonaten wichtig, wenn der Schulweg in der Dämmerung zurückgelegt wird.

Ist die Schule nur mit dem Bus oder der Bahn erreichbar, ergibt sich daraus zusätzlicher Übungsbedarf. Die Kinder müssen lernen, wo sie an der Haltestelle gefahrlos warten können. Außerdem müssen sie verinnerlichen, wie sie sich beim Einsteigen richtig verhalten und dass sie beim Verlassen des Busses oder Waggons nicht wild drauflos rennen dürfen.

Ein Fahrrad verringert zwar die benötigte Zeit für den Schulweg, ist aber für Erstklässler noch nicht geeignet. Der DVR rät, das Kind nicht vor Absolvieren der Fahrradprüfung und des Verkehrsunterrichts mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen.

Es sind aber nicht nur die Kinder, die auf dem Schulweg Fehler machen können. Auch Hektik oder Nachlässigkeit der Eltern kann zu schweren Unfällen führen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie die Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und ihren Nachwuchs im Wagen nicht richtig sichern.
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