Ein teurer Spaß - Die Kosten für eine Hochzeit im Auge behalten

Von: dpa
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Die Kosten für die Hochzeitsfeier können schnell aus dem Ruder laufen. Eine gute Planung ist daher unentbehrlich. Foto: dpa

Berlin. Das Hochzeitskleid, der Brautstrauß, der Anzug für den Bräutigam und die gemietete Limousine - eine Hochzeit kostet Geld. Doch auch mit kleinerem Budget lässt sich eine passable Feier auf die Beine stellen. Auf die Planung kommt es an.

Ob Feier im Garten mit Freunden oder ein exklusiver Ort mit Sechs-Gänge-Menü - wie ein Paar seine Hochzeit feiert, ist unterschiedlich. Dementsprechend variabel sind auch die Kosten. „Es gibt Kunden, die kommen und sagen: Wir wollen eine schöne Feier - was kostet das? Oder andere, die sagen: Wir haben 15.000 Euro - was kriegen wir dafür?”, erklärt Melanie Schmitz, Hochzeitsplanerin der Agentur Marry Me in Hamburg.

Das A und O sei eine exakte Budgetplanung, sagt Hochzeits-Buch-Autorin Alexandra Dionisio aus Berlin: „Wenn man nicht genau den Überblick behält, laufen die Kosten schnell aus dem Ruder.” Die Anzahl der Gäste, der Stil der Feier und die Wahl des Ortes tragen maßgeblich zu den Kosten bei und sollten genau berücksichtigt werden.

Bestimmte Fixkosten muss jeder bezahlen. Dazu gehören die Kosten für die standesamtliche Trauung. Wie viel ein Brautpaar für Papiere und Trauung bezahlen muss, variiert von Bundesland zu Bundesland. „Eine Eheschließung ist grundsätzlich gebührenfrei, wenn sie im zuständigen Standesamt am Wohnort stattfindet”, sagt Volker Weber, Standesbeamter in Berlin und der Landesvorsitzende des Bundesverbandes der deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten (BDS).

Was etwas kostet, ist die sogenannte Prüfung der Ehefähigkeit. Die Gebühren dafür reichen von 33 Euro in Thüringen bis 50 Euro in Bayern. Wenn einer der Ehepartner keine deutsche Staatsangehörigkeit hat, wird es noch einmal teurer. Und wer nicht zu den Dienstzeiten des Standesamts heiraten will, muss ebenfalls mehr zahlen.

Auch Urkunden kosten Geld, ebenso sogenannte namensrechtliche Erklärungen - die werden bei Doppelnamen fällig. Die Gesamtkosten für eine deutsch-deutsche Eheschließung in Berlin mit gleichem Familiennamen und Urkunde betragen etwa 50 Euro. „Das ist wirklich der Dumping-Preis innerhalb der Dienstzeiten”, sagt Volker Weber.

Wer in einer schönen Kirche weit weg von Zuhause heiraten will, müsse mit der dortigen Gemeinde über die Kosten sprechen, erklärt Hochzeitsplanerin Melanie Schmitz. „Es fallen zwar keine Gebühren an - aber meist bittet die Kirche um eine höhere Spende.” Generell unterscheiden sich die Kosten von Bundesland zu Bundesland, von Land zur Stadt.

Auch die eigenen Ansprüche an Feierort, Festessen und Gestaltung schlagen sich im Budget nieder. Ein Brautpaar könne damit rechnen, dass die Location mit Essen und Getränken etwa die Hälfte des Budgets einnimmt, sagt Hochzeitsplanerin Schmitz. Denn wer ein teures Fest organisiert, heirate auch nicht im Billig-Fummel.

Auch die Trauringe kosten Geld. Ein guter mittlerer Preis für ein Paar Ringe liege bei 1500 Euro, sagt Schmitz. „Bei ganz einfachem Material muss man ab 500 Euro rechnen.” Dazu kommen Kosten für das Brautkleid, Strümpfe, Schuhe, Handtasche, eventuell Schleier und Brautstrauß. Auch der Bräutigam wolle natürlich nicht irgendeinen Anzug anziehen. Mindestens 200 bis 300 Euro müsse das Paar einplanen, dazu Ausgaben für Schuhe und Hemd.

Wenn sich die Braut professionell schminken und frisieren lassen will, kostet das in Hamburg beispielsweise zwischen 160 und 350 Euro. Der Vorteil einer Ganztagespauschale: „Wer sie bucht, kann gleich Mütter und Freundinnen mitnehmen und stylen lassen”, sagt Schmitz.

Wer gut aussieht, will auch ordentlich feiern. Die Preise für den Ort der Feier variieren stark. Bettina Funke-Redlich, Hochzeitsplanerin und Sprecherin des Bundes deutscher Hochzeitsplaner, weist auf die Unterschiede allein beim Catering hin: „Simple Büfetts von günstigeren Caterern sind oft schon ab 15 Euro lieferbar.” Servicemitarbeiter, Geschirr, Besteck und sonstige Ausstattung kosten aber in der Regel extra. „Aus meiner Erfahrung sind Kosten zwischen 80 bis 150 Euro pro Person für das Catering inklusive Essen, Getränke, Mitarbeiter und Equipment bei einer festlichen Hochzeit durchaus üblich”, sagt Funke-Reddlich. Dazu kommen dann Kosten für die Blumendekoration, eine Band oder einen DJ und den Fotografen.

Auch Blumenschmuck, Einladungskarten, Menükarten, Tischkarten und Danksagungen kosten Geld. Wer beispielsweise Einladungen in Sonderformaten verschickt, vergesse häufig dabei, dass diese mehr Porto kosten, sagt Schmitz. Vor allem bei der Dekoration bietet es sich an, an einigen Stellen zu verzichten oder einiges selbst herzustellen.

Jede Hochzeitsfeier sei sowieso Ausdruck der ganz eigenen Persönlichkeit des Paares, ist die Hochzeits-Autorin und Designerin Alexandra Dionisio überzeugt, auch „Light-Varianten” einer Feier müssten keine Beeinträchtigung sein. „Eine Hochzeit, die mit Picknick im Park gefeiert wird, kann genauso wunderschön sein wie eine Traumhochzeit im Schloss.”

Checkliste führen

Eine Checkliste zu den Hochzeitskosten zu führen, dazu raten alle Experten dringend. Buchautorin Alexandra Dionisio empfiehlt, die Kosten in mehrere Bestandteile aufzugliedern: Kosten für die Hochzeitsfeier (Kirche, Standesamt, Speisen, Getränke, Saalmiete), Drucksachen (Einladungen, Programme, Menükarten), Kleidung und Beauty (Brautkleid, Anzug, Friseur), Blumen und Deko (Standesamt, Kirche, Tischdeko, Brautstrauß) und Foto/Video/Musik. Dabei sollten in einem Budgetplan alle geschätzten Kosten in einer Spalte eingetragen werden, die eingeholten Angebote in einer zweiten Spalte und in einer dritten die definitiven Kosten.

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