Frankfurt a.M./Düsseldorf - Durch die richtige Deckengestaltung wird ein Raum oft wohnlicher

Durch die richtige Deckengestaltung wird ein Raum oft wohnlicher

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Wer sich vor dem Anstreichen eines Raums Gedanken macht, kann große Effekte erzielen. Foto: dpa

Frankfurt a.M./Düsseldorf. Farbe an den Wänden? Gerne. Doch Decken sind und bleiben in den meisten Wohnungen weiß. „Dabei kann man mit Farbgestaltung die Raumwirkung sehr positiv beeinflussen”, meint Heinrich Bartholemy vom Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz in Frankfurt am Main.

So könne man eine überproportional hohe Decke durch gedeckte Farben optisch „herunterholen”, den gegenteiligen Effekt erreiche man durch kühle Farbe, hochglänzende Beschichtungen oder durch Bespannung mit hochglänzender Folie: „Dann wirkt die Decke höher und luftiger und nicht mehr so drückend.” Solche Spanndecken gebe es auch als Systemlösungen mit eingebauter Beleuchtung oder aus transparentem Material, bei dem die Beleuchtung hinter der Folie positioniert werden könne.

Birgit Schwarzkopf, Innenarchitektin aus Düsseldorf, warnt allerdings: „Mit einer solchen Folie schaffen Sie unter Umständen einen zusätzlichen Resonanzkörper im Raum. Gerade in Räumen, die sehr clean eingerichtet sind, hallt es sowieso häufig, dieser Effekt könnte durch solche Folien noch verstärkt werden.” Denn in modern eingerichteten Räumen mit Stein- oder Fliesenböden, gespachtelten Wänden und ohne Vorhänge gebe es wenig Material, das Schall schlucke. Auch hier könne eine kreative Deckengestaltung aber Abhilfe schaffen: durch freischwebend aufgehängte farbige Deckensegel, über denen Dämmstoff montiert wird.

Wenn man die Mitbewohner aus der oberen Etage zu sehr hört, kann eine abgehängte Decke die Lösung sein: „Die wird dann schallentkoppelt montiert, quasi mit einem Gummipuffer, oder an den Wänden befestigt. Wenn man dann noch Dämmmaterial auf die Decke legt, hat man einen doppelten Effekt: Der Trittschall von oben wird nicht durch Schwingung übertragen und das schallschluckende Material dämmt noch zusätzlich”, sagt die Innenarchitektin. Wenig hilfreich seien dagegen Styroporplatten, die es zum Anbringen an der Decke im Handel gibt: Sie schwingen mit und sind damit laut Schwarzkopf gegen Trittschall wirkungslos, dafür aber mühsam zu entfernen und als Sondermüll teuer in der Entsorgung.

Bei niedrigen Räumen, kann es sinnvoll sein, einen Teil der Decke abzuhängen und farbig zu gestalten: „Unter dem abgehängten, bunten Bereich werden Lichtkörper installiert, die die weiße Decke darüber indirekt beleuchten. Dadurch wirkt der Raum optisch höher.” Farbige Decken können aber nicht nur die Anmutung des Raumes beeinflussen, sondern auch eine Wohnung optisch gliedern, wie Schwarzkopf erläutert: „Man kann so mehrere Räume zusammenfassen.”

Bei der Farbwahl sei neben der Farbwirkung und dem persönlichen Geschmack auch auf die Einrichtung und insbesondere auf die Bodenfläche zu achten, empfiehlt Farb-Experte Bartholemy: „Böden werden in der Regel viel seltener erneuert als Wand- und Deckenflächen, das ist oft ein feststehender Faktor.” Einen realistischen Eindruck der gewählten Farbe gewinne man meist erst, wenn man eine Probefläche gestrichen habe, sagt der Fachmann: „Wenn man Farben von Bildern 1:1 übernimmt, liegt man oft gnadenlos daneben.”

Besonders schöne Effekte erzielt man an der Decke durch die Wischtechnik: „Das sieht nicht so platt aus, man kann damit sogar einen Wolkenhimmel simulieren”, erläutert Bartholemy. Ohnehin könne alles, was das Auge an den Himmel erinnert, ein Gefühl von Weite schaffen. Helles Blau beispielsweise lasse Räume höher und luftiger erscheinen, rät Innenarchitektin Schwarzkopf.

Ein weiteres Gestaltungselement ist Stuck: „Weißer Stuck auf einer andersfarbigen Decke bringt einen Höheneffekt.” Anregungen für farbige Deckengestaltungen mit und ohne Stuck könne man sich in Altbauten holen, empfiehlt die Innenarchitektin. Dabei müsse man aber im Auge behalten, dass der Spielraum dort mit den hohen Decken größer sei.

Wer sich unsicher bezüglich der Farbwirkung ist, dem empfiehlt die Innenarchitektin eine Bastelarbeit: „Man sollte sich ein Kästchen bauen, mit drei Wänden und einer Decke, und die Farben dort testen.” Wichtig: Beim Reinschauen auf „Augenhöhe” bleiben, nur so kann man den Effekt im echten Raum richtig einschätzen.
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