Das müssen Eltern beachten

Von: Oliver Mest, dapd
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Berlin. Junge Eltern wollen natürlich ihre Riester-Rente nicht unterbrechen, weil sie in Elternzeit gehen und das Budget schmaler ist als vor der Geburt des Kindes. Deshalb ist es wichtig, die Riester-Regeln für die Elternzeit und den Elterngeldbezug zu kennen.

Grundsätzlich gilt: Wer sich in den ersten drei Lebensjahren um die Erziehung und Betreuung seines Kindes kümmert, spürt das auf dem Rentenkonto. Denn diese Zeiten werden als Kindererziehungszeiten auf dem Rentenkonto gutgeschrieben und die Eltern so behandelt, als wenn sie in diesem Zeitraum einen Durchschnittsverdienst hatten.

Das bedeutet: Pro Jahr wird ein Entgeltpunkt gutgeschrieben, sodass in 3 Jahren immerhin rund 70 bis 75 Euro Rente verdient werden. Da die Kindererziehungszeit gleichzeitig eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung auslöst, steht jedem Elternteil in Elternzeit die Förderung nach dem Riester-Modell offen.

Die Pflichtversicherung löst nämlich wiederum eine sogenannte unmittelbare Berechtigung aus. Das gilt ab dem 1. Monat nach der Geburt (bei Geburt im Januar also ab Februar) und dann für insgesamt maximal 36 Monate.

Wer während dieser 36 Monate Elternzeit ein oder mehrere weitere Kinder bekommt, muss ebenfalls an die Riester-Rente denken: Denn die Zeit der Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung verlängert sich um die Anzahl der sogenannten nicht genutzten Monate. Wer also zwei Jahre nach der Geburt des ersten Kindes noch ein Kind bekommt, verliert die restlichen zwölf Monate Elternzeit des ersten Kindes nicht.

Er kommt dann vielmehr nach der Geburt des zweiten Kindes insgesamt 48 Monate in den Genuss der Pflichtversicherung in der Elternzeit - und das bedeutet, dass man durch die Elternzeit auch die Riester-Förderung für diese 48 Monate in Anspruch nehmen kann.

Wer in der Elternzeit riestern will, muss darauf achten, dass er den Mindesteigenbeitrag einzahlt, um in den Genuss der vollen Förderung zu kommen. Die Crux dabei: Im ersten Jahr der Elternzeit gilt wie sonst auch für den Riester-Vertrag die Regelung, dass sich der Mindesteigenbeitrag am Vorjahreseinkommen orientiert. Das heißt: Auch wenn im ersten Jahr der Elternzeit keine oder nur geringe Einkünfte vorliegen, müssen Riester-Sparer 4 Prozent ihres Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen, um die vollen Zulagen zu erhalten.

Bei Gutverdienern können das bis zu 2100 Euro sein, wobei die fälligen Zulagen abgerechnet werden. Die gute Nachricht: In den folgenden Jahren der Elternzeit sind dann nur noch 60 Euro fällig, wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen. Und besonders skurril: Im ersten Jahr nach der Elternzeit muss ebenfalls nur der Mindesteigenbeitrag in den Riester-Vertrag eingezahlt werden, auch wenn man bereits wieder voll arbeitet. Denn auch dann gilt das Vorjahreseinkommen als maßgeblicher Faktor.

Aufpassen müssen auch Mütter, die vor der Elternzeit nicht gearbeitet haben und den Riester-Vertrag als mittelbar Berechtigte abgeschlossen haben. Sie müssen - anders als vorher - während der Elternzeit ebenfalls den Sockelbetrag von 60 Euro in Ihren Riester-Vertrag einzahlen, weil sie in der Elternzeit unmittelbar berechtigt sind. Vor der Elternzeit waren sie dagegen mittelbar berechtigt und deshalb auch ohne eigenen Beitrag zulagenberechtigt.
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