Bad Honnef/Hamburg - Das Kinderzimmer wächst mit: Zeitlose, schlichte Möbel

Das Kinderzimmer wächst mit: Zeitlose, schlichte Möbel

Von: Katja Fischer, dapd
Letzte Aktualisierung:
kinderzimmer
Kein Raum in der Wohnung wird so strapaziert wie das Kinderzimmer. In den 20 Jahren zwischen Baby- und Erwachsenenalter unterliegt es einem ständigen Wandel - und muss unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Foto: dapd

Bad Honnef/Hamburg. Kein Raum in der Wohnung wird so strapaziert wie das Kinderzimmer. In den 20 Jahren zwischen Baby- und Erwachsenenalter unterliegt es einem ständigen Wandel - und muss unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden.

Spielte das Kleinkind noch mit Bauklötzen auf dem Boden, braucht der Teenager einen Platz zum Lernen und Abhängen.

Ein Kinder- und Jugendzimmer, das alle Phasen des Heranwachsens mitmacht, will gut geplant sein, meint Jessica Stuckstätte, Autorin des Buches „Kinderzimmer gestalten, renovieren, einrichten”. Die Hamburger Innenarchitektin plädiert für schlichte, zeitlose Möbel, möglichst aus massivem Holz. „Die halten jahrzehntelang und passen sich jedem Einrichtungsstil und jedem Veränderungswunsch des Kindes an.” Hochwertigkeit und Nachhaltigkeit lägen im Trend.

Wandelbare Möbel für jedes Alter

„Kindermöbel gehören zu den langlebigsten Einrichtungsgegenständen überhaupt”, betont Ursula Geismann, Designexpertin beim Verband der Deutschen Möbelindustrie. „Sie werden in der Familie oder im Freundeskreis weitergegeben. Und so manches Stück aus dem ehemaligen Jugendzimmer landet nach dem Auszug aus dem Elternhaus in der ersten Wohnung oder in der Studenten-WG.”

Gut beraten ist, wer von Anfang an Wert darauf legt, dass sich die Möbel für das Kinder- oder Jugendzimmer je nach Bedarf unkompliziert verändern lassen. Das spart auf lange Sicht viel Geld. Besonders wandelbar sind sogenannte mitwachsende Möbel sagt Ursula Geismann: „Kinderbetten, Tische und Stühle lassen sich in der Höhe verstellen oder umbauen”.

So gibt es für die ganz Kleinen zum Beispiel Kinderbettchen als Ecklösung, die ebenso als Laufstall oder später als Ecksofa verwendbar sind. Bei den etwas größeren Kindern sind individuell zusammenstellbare und veränderbare Etagenbetten besonders beliebt. Darunter ist viel Platz zum Spielen oder für einen Schreibtisch. Für Regale und Schränke gibt es Modulsysteme, die je nach Bedarf um einzelne Segmente ergänzt werden können.

Nicht so bunt und kindlich verspielt

„Wer sich Einrichtungsgegenstände anschaffen will, die lange halten, sollte auf kindgemäße Details wie bunte Bildchen oder eingefräste Tiermotive verzichten”, rät Jessica Stuckstätte. „So etwas wollen die Kinder nicht mehr haben, wenn sie größer werden.” Zeitlose, naturbelassene Möbel aus edler Buche, heller Erle oder Kiefer lassen sich dagegen in jede neue Wohnidee integrieren.

Wenn die Kinder unbedingt ein Piraten- oder Prinzessinnenzimmer haben wollen, genügen schon einige kleine Details, um ihnen diesen Wunsch zu erfüllen. An einem ganzen Zimmer im Prinzessinnenlook, von der Tapete bis zum Teppich, sehe man sich schnell satt, meint die Designexpertin. Alternative: eine Wand mit entsprechenden Motiven bemalen. „Wenn die Prinzessinnen-Euphorie dann irgendwann vorbei ist, kann man sie leicht wieder überstreichen.”

Ursula Geismann rät in Sachen Farbe ebenfalls zur Zurückhaltung. „Das Bunte und Wilde bringen die Kinder dann schon selbst hinein.”

Platz zum Spielen einplanen

Grundsätzlich dürfen Kinderzimmer nicht überladen werden, denn Kinder brauchen Platz zum Spielen und Toben. „Bewegung sollte nicht nur im Freien, sondern auch in der Wohnung möglich sein”, findet die Innenarchitektin Jessica Stuckstätte. Sie hält es auch für wichtig, dass Kinder sie ihre Phantasiewelten schaffen können. „Kreativer als bunte, laute und blinkende Spielzeuge und Möbel sind einfache Dinge wie Decken, Kisten, Wäscheklammern, mit denen sie zum Beispiel Höhlen bauen können.”

Bei Möbeln auf Gesundheitsschutz achten

Möbel sollten außerdem nicht nur schön und sicher sein, sondern dürfen auch die Gesundheit der Kinder nicht gefährden. „Das ist durchaus nicht selbstverständlich”, meint Jessica Stuckstätte. Vor allem Möbel, die aus mehreren Lagen zusammengepresst wurden, enthalten viel Leim, der lange ausdünstet. Sie müssen vor dem Einsatz mehrere Wochen ausgelüftet werden. „Um sicherzugehen, dass Möbel kinderzimmertauglich sind, sollte im Laden möglichst schon ein Rütteltest gemacht und auf gefährliche Ecken und Kanten geachtet werden.”

Ideal sind robuste, massive Möbel mit abgerundeten Kanten. Für die Beleuchtung empfiehlt die Innenarchitektin im Kinderzimmer Halogenlampen. Energiesparlampen stellen durch das enthaltene Quecksilber ihrer Auffassung nach eine Gesundheitsgefahr dar. Schon kleine Kinder haben klare Vorstellungen davon, wie ihr Zimmer aussehen soll. Größere sowieso. „Es macht Spaß, mit ihnen zusammen einzurichten und zu dekorieren”, meint Jessica Stuckstätte. Eltern sollten sich dieses gemeinsame Erlebnis nicht entgehen lassen und dürfen auf das Ergebnis gespannt sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert