Berlin - Chaos im Kinderzimmer: Kinder beim Aufräumen unterstützen

Chaos im Kinderzimmer: Kinder beim Aufräumen unterstützen

Von: ddp
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Kinderzimmer
Den Bodenbelag sieht man in Kinderzimmern nur selten. Meistens ist er bedeckt von einer dicken Schicht aus Spielzeug, Schulsachen und Bastelmaterial. Foto: dpa

Berlin. Den Bodenbelag sieht man in Kinderzimmern nur selten. Meistens ist er bedeckt von einer dicken Schicht aus Spielzeug, Schulsachen und Bastelmaterial. Während sich die Sprösslinge in diesem Chaos anscheinend durchaus wohlfühlen, überkommt Eltern bei dem Anblick das Grausen.

„Ordnung zu halten, ist für Kinder sehr schwer”, erklärt Matthias Müller-Guth vom SOS-Familienzentrum in Berlin-Hellersdorf. Die Kleinen lebten gedanklich stets in der Gegenwart. Das Aufräumen habe aber mit der Zukunft zu tun und mache daher in dem Moment des Spielens für ein Kind keinen Sinn.

Um das Chaos trotzdem im Griff zu behalten, empfiehlt der Erziehungsberater Eltern, schon früh ein Aufräumritual mit ihren Kindern zu entwickeln. „Man sollte diese Tätigkeit fest in den Tagesablauf einbauen, beispielsweise abends vor die Gute-Nacht-Geschichte”, sagt Müller-Guth. Er rät zu eher flexiblen Ordnungsregeln: „Tolle Kunstwerke, die das Kind den Tag über geschaffen hat, sollten aber auch mal ein paar Tage stehen bleiben dürfen.”

Möchte man sein Kind zum Aufräumen bewegen, sollte man es damit nicht überfallen. „Es ist wichtig, dass man dem Kind schon vorher ein Signal gibt und ihm noch ein bisschen Zeit lässt, zu Ende zu spielen”, sagt Müller-Guth. Während des Aufräumens kann man das Kind unterstützen, indem man im Raum bleibt und ihm konkrete Anweisungen gibt.

„Anstatt dem Kind einfach zu befehlen, das Zimmer aufzuräumen, sollte man beispielsweise sagen: Räum doch erst einmal deine Puppen in den Puppenwagen.” Der Spaß sollte bei der Aktion außerdem nicht zu kurz kommen. Man könnte beispielsweise die Bauklötze mit Schwung in die Kiste pfeffern oder alle Autos auf ihren Regalstellplatz sortieren. Nach getaner Arbeit ist es außerdem wichtig, das Kind für seine Mühe loben.

Damit das Kind den Überblick behält, sollten Eltern die Spielsachen verwalten. „Je nach Saison kann man manche Dinge einige Monate lang wegstellen, weil sie nicht gebraucht werden”, sagt Müller-Guth. Auch Spielzeug, für das das Kind sich gerade nicht interessiere, könne man aus dem Zimmer entfernen. „Wenn es dann nach einiger Zeit wieder auftaucht, ist das fast so spannend wie ein neues Spielzeug.” Damit das Aufräumen nicht zum dauernden Streitthema wird, empfiehlt Matthias Müller-Guth Eltern, auch ihre eigenen Ordnungsprinzipien noch einmal zu hinterfragen.

„Ein gewisses Chaos ist in einem Haushalt mit Kindern einfach nicht zu vermeiden. Wer darüber dauernd nur meckert, erzeugt eher eine Trotzhaltung beim Kind”, sagt Müller-Guth. Es sei außerdem durchaus sinnvoll, Kinder die Erfahrung machen zu lassen, dass in einem unaufgeräumten Zimmer Dinge verloren oder kaputt gehen. So könnten sie begreifen, dass Ordnung auch ihr Leben erleichtere.
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