Begründung macht das „Nein”-Sagen leichter

Von: ddp
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Tübingen. Rentner haben Zeit. Zeit, für die Freunde, Verwandte und Nachbarn gute Verwendung hätten. Und so bitten sie die Ruheständler oft um Gefälligkeiten oder fordern sie sogar selbstverständlich ein.

Da helfe nur frühzeitiges, deutliches Abbremsen, sagt die Psychotherapeutin Helga Maria Lauchart aus Tübingen: „Man muss Klarheit schaffen. Zunächst für sich selber: Was bin ich bereit zu tun? Und diese Klarheit muss man dann auch nach außen tragen, und zwar so früh wie möglich, bevor die Hilfe zur Gewohnheit wird.”

Gerade das aber falle vielen älteren Menschen schwer: „Sie haben Angst, sich einen schlechten Ruf einzuhandeln, und sie haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht helfen”, weiß die Expertin. Dazu kommt noch die Sorge, selbst einmal Hilfe zu brauchen und dann vor verschlossener Tür zu stehen.

Eine Begründung könne es erleichtern, eine Absage auszusprechen oder Grenzen abzustecken: „Man kann zum Beispiel sagen: Heute mach ich das gerne mal, aber ich muss Dir gleich sagen: Ich bin viel unterwegs, das ist leichter als ein knappes Nein”, rät Lauchart.

In manchen Fällen aber, sagt sie, sei eine Ablehnung fast unmöglich: „Nicht jeder Mensch hat die Kraft dazu, und mancher lebt in einer Umgebung, in der es überhaupt nicht möglich ist, sich so aus der Gemeinschaft auszugrenzen.” Da bleibe dann nur der Trost, dass eine so enge Gemeinschaft natürlich auch Vorteile habe, gerade für ältere Menschen.

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