Berlin - Baby-Bonus mit Tücken

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Baby-Bonus mit Tücken

Von: Michael Degethof, ddp
Letzte Aktualisierung:
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Monate der Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit senken die Höhe des Elterngeldes. Grundsätzlich wird das durchschnittliche Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes zugrunde gelegt. Foto: ddp

Berlin. Seit 2007 können Eltern für ihr neugeborenes Baby Elterngeld beantragen. Mütter und Väter bekommen 67 Prozent ihres letzten Nettogehalts, wenn sie ein Kind betreuen und im Job pausieren. Die Gratisförderung gibt es nur in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes.

Ein Elternteil darf die Förderung von maximal 1800 Euro höchstens für zwölf Monate in Anspruch nehmen. Ist bereits ein Kind unter drei Jahren beziehungsweise zwei oder mehr Geschwister unter sechs Jahren vorhanden, kommt ein Bonus von zehn Prozent des Elterngeldes hinzu, mindestes aber 75 Euro. Nimmt auch der andere Elternteil eine berufliche Auszeit, gibt es zwei Monate länger Geld.

Die Eltern können den Förderzeitraum frei untereinander aufteilen und die Auszahlung auf bis zu 28 Monate strecken. Vorsicht: Arbeiten beide Eltern gleichzeitig Teilzeit, ist der Förderanspruch bereits nach sieben Monaten ausgeschöpft. Alleinerziehende erhalten für die vollen 14 Monate Elterngeld. Nicht erwerbstätige Elternteile bekommen einen Sockelbetrag von 300 Euro monatlich.

Das Bundesfamilienministerium bietet im Internet unter bmfsfj.de einen Elterngeld-Rechner, mit dessen Hilfe man den künftigen Förderanspruch errechnen kann. Hier erfährt man auch, welche Elterngeldkasse für den Antrag zuständig ist. Wie viel Elterngeld Vater Staat am Ende tatsächlich zahlt, hängt vom durchschnittlichen Nettolohn in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt ab.

Paare können mit einigen Kniffen ihren künftigen Anspruch auf Elterngeld optimieren. Gestaltungsspielraum besteht zum Beispiel bei der Wahl der Steuerklasse. Im Regelfall wählen verheiratete Doppelverdiener die Steuerklassenkombination, die ihnen die geringsten Steuerabzüge beschert.

Nach traditionellem Muster ist der besserverdienende Partner in Steuerklasse III eingestuft, der andere in Steuerklasse V. Bei gleichem Verdienst wählen beide oft die Steuerklasse IV. Wer mehr Elterngeld kassieren will, muss jedoch umdenken. Steht schon fest, welcher Elternteil nach der Geburt eine Babypause einlegen wird, sollte dieser frühzeitig in die günstige Steuerklasse III wechseln und so seinen Nettolohn anheben.

Das Landesozialgericht Nordrhein-Westfallen hat gerade entschieden, dass dieser Gestaltungstrick rechtlich zulässig ist (AZ: L 13 EG 40/08 und L 13 EG 51/08). Der besser verdienende Partner wird dann zwar in die ungünstigere Steuerklasse V eingestuft und muss vorübergehend höhere Steuerabzüge in Kauf nehmen. Mit dem jährlichen Steuerbescheid wird die zuviel einbehaltene Lohnsteuer vom Finanzamt zurückerstattet.

Einen Steuerklassenwechsel nimmt die Gemeinde vor - allerdings nur für die Zukunft. Sonderzahlungen beim Gehalt, wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, Sonntagszuschläge und Trinkgelder bleiben bei der Berechnung des maßgeblichen Einkommens außen vor. Überstunden zählen aber zum Normallohn. Eltern sollten sie sich deshalb vor der Geburt des Kindes auszahlen lassen - das steigert das spätere Elterngeld.

Eine Falle lässt ich jedoch nicht vermeiden. Das Elterngeld bleibt zwar selbst steuer- und sozialabgabenfrei. Es muss in der jährlichen Steuererklärung dennoch als Lohnersatzleistung angegeben werden und erhöht die Steuerbelastung für das übrige steuerpflichtige Einkommen der Familie. Insbesondere bei verheirateten Paaren kann es deshalb zu Steuernachzahlungen kommen.
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