Berlin - Aufmerksamkeitsstörung: Nicht vorschnell an ADHS denken

Aufmerksamkeitsstörung: Nicht vorschnell an ADHS denken

Von: dpa
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Berlin. Was bei einem Kind wie ein typisches Anzeichen für ein Aufmerksamkeitsdefizit aussieht, kann auch Symptom einer anderen psychischen Störung sein.

Bei einem Verdacht auf die ADHS genannte Aufmerksamkeitsstörung sollten daher zunächst andere Ursachen ausgeschlossen werden, rät die Deutsche Gesellschaft für Kinder-und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin.

So könnten Konzentrationsprobleme auch auf Entwicklungsstörungen wie einer Lese- und Rechtschreibschwäche oder einer Rechenstörung beruhen. Und die Ursache für auffällige Unruhe eines Jugendlichen liege womöglich in einer manischen Störung statt an ADHS.

Auch Gewalterfahrungen oder Vernachlässigung sowie organische Beschwerden wie schlechter Schlaf oder Schilddrüsenprobleme sollten den Experten zufolge ausgeschlossen werden. Einen wichtigen Hinweis darauf, ob ADHS vorliegt, liefere dagegen eine genetische Vorbelastung der Eltern - wenn sie also selbst von ADHS betroffen sind. Schätzungen zufolge leiden zwei bis drei Prozent aller Kinder und Jugendlichen an ADHS.

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