Frankfurt/Main - Auf den Rahmen kommt es an: Budgetplanung für die Hochzeit

Auf den Rahmen kommt es an: Budgetplanung für die Hochzeit

Von: Berit Schmidt, dpa
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Auf den Rahmen kommt es an: Budgetplanung  für die Hochzeit
Es läppert sich - mit 50 Prozent beziffern Hochzeitsplaner allein die Kosten für das Fest. Foto: dpa

Frankfurt/Main. Die Hochzeit soll der schönste Tag im Leben werden - doch möglichst nicht der teuerste. Daher ist die Budgetplanung einer der wichtigsten Aspekte bei der Vorbereitung.

„Es ist sehr wichtig, zu allen Punkten der Hochzeitsplanung verschiedene Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen”, rät Alexandra Dionisio, Autorin eines Ratgebers zum Thema.

Ihrer Erfahrung nach ist eine günstige Hochzeit für rund 5000 Euro zu haben - die Kosten können aber auch bis weit über 50.000 Euro hinaus gehen. „Es kommt immer auf die persönliche Note an, und die kann auch mit den kleinsten finanziellen Mitteln umgesetzt werden”, ermutigt sie die Brautpaare.

Ausschlaggebend ist der Rahmen, in dem gefeiert wird: elegant im Restaurant oder gemütlich bei Kaffee und Kuchen zu Hause. Auch die Zahl der Gäste ist wichtig, genauso wie Einladungen, Ringe, das Hochzeitskleid oder die Torte.

KOSTENAUFTEILUNG: Die Brautpaare sollten sich laut Dionisio auf folgende Rechnung einstellen: 50 Prozent des Budgets geben die meisten für die Feier, 12 Prozent für Kleider sowie Kosmetik- und Friseurbesuche, 10 Prozent für Blumen und Dekoration, 8 Prozent für Musik, 8 Prozent für Sonstiges, 6 Prozent für den Fotografen und weitere 6 Prozent für Drucksachen wie Einladungskarten aus. „Gerade der Kleinkram ist das, was sich summiert und am Ende wehtut”, warnt Friederike Mauritz vom Bund deutscher Hochzeitsplaner in Frankfurt.

HOCHZEITSFEIER: Bei Speisen und Getränken sollte das Brautpaar mit rund 70 Euro pro Hochzeitsgast rechnen, empfiehlt Dionisio. Ein Sektempfang schlägt mit rund 10 Euro pro Person zu Buche. Wird ein Partyservice engagiert, kann der Preis bei nur 50 Euro pro Person liegen. Nicht vergessen dürfen die Brautleute die Saalmiete. Dafür sollten sie rund 200 Euro veranschlagen. Und für die Torte um Mitternacht gilt ein Richtpreis von 200 Euro.

STANDESAMT-GEBÜHREN: Seit dem 1. Januar 2009 lege jedes Bundesland die Gebühren für eine standesamtliche Trauung selbst fest, erklärt Gerhard Bangert von der Akademie für Personenstandswesen in Frankfurt. Und einige Länder erlauben ihren Kommunen, je nach Aufwand mehr oder weniger Gebühren für die Eheschließung zu kassieren. Im Schnitt kostet eine standesamtliche Trauung laut Bangert 40 Euro.

KLEIDUNG UND KOSMETIK: Die Braut steht bei der Hochzeitsfeier im Mittelpunkt. Ob beim Standesamt oder in der Kirche, die Kleidung muss sitzen. Das Kostüm für das Standesamt sollte mit rund 350 Euro angesetzt werden. Ein Hochzeitskleid ist nach Angaben von Dionisio für etwa 500 Euro zu haben. Für 100 Euro weniger bekommt der Bräutigam einen Anzug. Schuhe und Friseur schlagen mit je rund 100 Euro zu Buche. Und die Eheringe können mit etwa 600 Euro ins Budget eingeplant werden.

BLUMEN UND DEKORATION: Der Brautstrauß für die Kirche koste meist um die 80 Euro, sagt Dionisio. Soll die Kirche auch geschmückt sein, sollte das Brautpaar dafür 175 Euro zurücklegen. Die Tischdekoration schlägt mit rund 45 Euro pro Tisch zu Buche, der Schmuck für das Auto mit rund 150 Euro.

MUSIK: Mit der Musik steht und fällt jede Feier. Die große Frage lautet daher: Band oder DJ? Eine Band könne aber ins Geld gehen und gerne mal ein paar Tausend Euro kosten, sagt Mauritz.

FOTOGRAF: Damit der schönste Tag im Leben auch im Bild festgehalten wird, engagieren viele Brautpaare einen Fotografen. Dieser berechne meist 200 Euro, sagt Dionisio. Nach Mauritz Erfahrung verlangen Fotografen zwischen 100 und 1000 Euro.

DRUCKSACHEN: Entscheidet sich das Brautpaar, seine Gäste schon lange im Voraus mit „Save-the-Date-Karten” über den Hochzeitstermin zu informieren, sollte es hierfür rund 1,50 pro Karte einplanen. Die richtigen Einladungen kosten laut Dionisio etwa 4 Euro. Menükarten schlagen mit etwa 1,50 Euro zu Buche und Platzkarten mit 0,50 Euro pro Person. Nicht in der Rechnung vergessen sollte das Brautpaar Danksagungskarten für rund 1,50 pro Person.

SPARTIPPS: Ein wichtiger Punkt bei einer Budgeterstellung für die Hochzeit ist, Prioritäten zu setzen. „Was dem Brautpaar an diesem großen Tag besonders wichtig ist, bestimmt auch, wo der große Teil des Budgets ausgegeben wird”, sagt Dionisio. Gespart werden kann also überall. Zum Beispiel bei der Gästeliste. Je weniger Gäste geladen sind, desto geringer sind die Kosten.

Auch die Quantität und Qualität der Speisen und Getränke biete einen großen finanziellen Spielraum, sagt Dionisio. Sparen könne auch, wer seinen Tisch mit Rosenblättern statt aufwendigen Blumengestecken dekoriert, erklärt Mauritz. Und wenn in München gefeiert wird, müsse nicht eine Band aus Berlin gebucht werden.

Literatur: Alexandra Dionisio: Handbuch für unsere perfekte Hochzeit, Graefe und Unzer Verlag, ISBN: 978-3-8338-09842, 24,90 Euro.

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