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Bei Keimen geht es um die Wurst

Von: Hagen Strauss
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Salami
In Mett- und Teewurst sowie Salami und rohem Schinken befinden sich teilweise gefährliche Erreger. Foto: stock/imagebroker

Berlin. „Deutsche Wurst, alles andere ist Käse“, hat ein Satiremagazin mal treffend getitelt. Ein Brötchen, das mit Salami, Schinken oder Mett belegt ist, gehört für viele Bundesbürger einfach zum Frühstück dazu. Doch Vorsicht: Der Verzehr einiger Wurstwaren könnte nach Ansicht der Grünen gefährlicher sein als bisher gedacht.

Bei einer von der Bundestagsfraktion in Auftrag gegebenen labortechnischen Analyse hat sich herausgestellt, dass von 63 gekauften Wurstproben 16 Prozent mit Antibiotika-resistenten Keimen belastet waren. Nach dem Verzehr, warnen Experten, können die Bakterien sich im Darm festsetzen. Befallen sie andere Organe, wirken übliche Antibiotika womöglich nicht. Auf die Gefahren der sogenannten ESBL-Keime – eine Abkürzung für bestimmte Enzyme – hat auch das Bundesamt für Risikoforschung hingewiesen.

Für die Untersuchung, die unserer Zeitung vorliegt, wurden zuletzt in 13 deutschen Städten Wurstwaren in Discountern, Supermärkten und Bäckereien gekauft und anschließend in einem zertifizierten Labor analysiert. Überprüft wurden Mett, Teewurst, Mettwurst, Salami und Schinken. Bei zehn der Proben wurden die ESBL-Keime festgestellt. So fanden sie sich in Putenmettprodukten aus Supermärkten in Dortmund, Hamburg, Hannover, Potsdam und Mainz. In Völklingen war feine Teewurst betroffen, in Düsseldorf Salami. In Kiel und Potsdam konnten die Tester die Bakterien auf bereits mit Mett belegten Brötchen feststellen. Bei Schinken wurden die Erreger nicht entdeckt.

Experten vermuten, dass ESBL-Bakterien durch den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung ins Fleisch gelangen. Nach Schätzungen sterben jedes Jahr 30.000 Menschen, weil sie nicht vollständig auf Antibiotika ansprechen, sechs Millionen Deutsche sollen resistente Keime im Körper tragen. Die Grünen kritisieren vor allem das System der Massentierhaltung: Es sei eine „tickende Zeitbombe“, so Verbraucherexperte Markus Tressel. „Mit den Produktionsmethoden beim Billigfleisch gefährden wir unsere eigene Gesundheit.“

2013 hatten das Landwirtschafts- und das Gesundheitsministerium eine „Antibiotika-Resistenzstrategie“ auf den Weg gebracht, um den sachgerechten Einsatz zu fördern. Mit der Novelle des Arzneimittelgesetzes wurden strengere Vorschriften für die Verwendung in der Tiermedizin erlassen. 

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