Aachen - Prinz Mike I. steckt die Stadt mit seinem „Fieber“ an

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Prinz Mike I. steckt die Stadt mit seinem „Fieber“ an

Von: Nina Krüsmann
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Ob großes Eurogress oder kleiner Pfarrsaal: Prinz Mike I. tourt derzeit mit großem Gefolge durch Aachens Säle. Samt Hofstaat, Prinzengarde, Tanzpaar und Kapelle füllt der Tross selbst die große Bühne im Europasaal des Eurogress komplett aus.
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Dagegen kommt man sich in kleineren Sälen, wie dem Jakobushaus, durchaus näher. Foto: Ralf Roeger
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Hier zeigt Aachens Karnevalsprinz keinerlei Berührungsängste. Foto: Ralf Roeger
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Aber ohne Fahrerteam klappt im Karneval gar nichts, schließlich müssen Mike und Co. auch zu den Terminen gelangen. Und dafür sorgen Martin Arnoldi, Hermann Cremer und Kalle Winden (von links). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das „Fieber“ hat längst die ganze Stadt ergriffen: Kein Wunder, schließlich ist Michael Foellmer als Karnevalsprinz Mike I. derzeit in Aachen präsent wie kein zweiter. So ist auch ein mit 16 Auftritten und Terminen gespickter Samstag für den Prinzen und sein Gefolge kein Problem.

Immer mit im Gepäck: sein Karnevalshit „Wir ham das Fieber“. Die „Nachrichten“ haben Mike I. auf seiner Tour durch die Aachener Säle begleitet.

Hofmarschall Thomas Jägerberg hat in seiner letzten Session die Termine im Griff und kann beim prüfenden Blick auf die Uhr sogar lächeln. Der Zeitplan passt. Um Punkt 16.15 Uhr fahren die Busse am Jakobushaus der Pfarre St. Jakob vor. Hier steigt die Seniorensitzung der Frohen Jakobiner. Die Stimmung im kleinen Saal ist prächtig, die Vorfreude auf den prinzlichen Besuch groß. Viele ältere Besucher erleben Aachens Narrenherrscher hier zum ersten und einzigen Mal.

Papp-Bäume und Zuckerguss

Weiter reist der Tross zur Tanzgruppe Friesenrath, ein besonders emotionaler Höhepunkt für jeden Prinzen. Bei Mike I. und seinem Hofmarschall Jägerberg fließen Tränen, als die Friesenrather ihnen symbolisch für ihre Spende Papp-Bäume sowie einen gebackenen Schokoprinzen und einen zuckergussverzierten Hofmarschall als Miniaturen überreichen.

„Überall greifen die Jecken gerne ins Portemonnaie, spenden für unsere Sammlung für das Aachener Klenkes Komitee und die Sammlung Crous“, freut sich der Narrenherrscher.

Mike I. gibt sich volksnah. Er ist begeistert von dem durch seinen Mundschenk Stefan Hanrath ausgeweiteten Kneipenkarneval. Quer durch die Stadt ziehen Prinz und Hofstaat durch Bars und Gaststätten, suchen hier den Kontakt zu den jüngeren Jecken. Das Rezept geht auf, die Öcher freuen sich, ihre Tollität hautnah zu erleben.

Und der 47-Jährige ist dabei wirklich für jeden Spaß zu haben, auch spontan: „Am Freitagabend habe ich mit Mallorca-Sänger Peter Wackel seine Hits ,Karneval ist einmal im Jahr‘ und ,Die Nacht von Freitag auf Montag‘ im Duett gesungen. Fantastische Stimmung bei den Bröselspetze.“ Wackel hatte Mike I. für einen Abend als Prinzengardist begleitet.

Dabei muss der Prinz auch flott umschalten können – von hochoffiziell und förmlich zu volksnah und jovial. So verteilt er auf dem VIP-Empfang der Stadtgarde Oecher Penn im noblen Quellenhof ebenso seine Orden wie kurz darauf in der Stadtpuppenbühne Öcher Schängche, wo es auf engstem Raum wieder volkstümlich zugeht. Und die Männer des Hofstaats beweisen, dass sie auch auf der kleinsten Bühne ihre Tanzschritte perfekt beherrschen. Da zahlt sich das Training mit Tanzlehrer Torsten Schröder in der Vorbereitungsphase aus.

Beim Biwak der Rathausgarde Oecher Duemjroefe trifft Mike I. auf Präsident Thomas Sieberichs, dessen Prinzensession 2013 er als Till Eulenspiegel in seinem Hofstaat miterlebte. „Es ist für mich persönlich kein so großer Unterschied, ob ich im Hofstaat bin oder Prinz. Ich bleibe ich“, betont Mike I., der überall sympathisch bei den Narren rüberkommt und trotzdem so ein Profi ist, dass man ihm auch von der hartnäckigen Erkältung der letzten Tage auf der Bühne nichts anmerkt.

Ohne Adjutant Peter Brust und Prinzenberater Alwin Fiebus, die im Bus neben ihm sitzen und ihn in vielerlei Hinsicht unterstützen, gehe aber nichts, sagt Mike. Ob Hilfe beim Ankleiden, Abstimmungen für den nächsten Auftritt oder Überlegungen, wann denn mal eine kurze Verschnaufpause zum Frischmachen drin ist – die Zeit zwischen den Terminen wird im Prinzenbus intensiv genutzt.

Mitten im Saal

Nach dem Gastspiel bei der Närrischen Garde im Saal Kommer wird es zeitlich eng. Jägerberg telefoniert im Foyer mit Georg Cosler, Programmgestalter der Penn-Sitzung. Letzte Absprachen für den Auftritt auf der großen Galasitzung werden getroffen. Die Gäste werden überrascht. Statt auf der Bühne singen Prinz und Hofstaat das erste Lied auf Stühlen mitten im Saal und sorgen für Gänsehautstimmung und Konfettiregen.

Das sind große Momente, die für alle unvergesslich bleiben, darüber ist man sich auch im Hof­staatsbus mit der Nummer „69“ einig. Hier erzählt Krippekratz Ralph Bauer, wie er seine eigentlich blonden Haare extra für die Session hat dunkel färben lassen. Die roten Kontaktlinsen machen das teuflische Aussehen perfekt. Im zweiten Hof­staatsbus sitzt Lennet Kann Ersoy Cinar, der die Rolle des Öcher Originals perfekt verkörpert und beim Lied „Parlez-vous Pommes Frites“ seinen großen Auftritt hat.

Selten war die musikalische Bandbreite so groß: Reggae-Rhythmen beim Prinzenlied „Mach Dich mal locker“, das rockige „Lejjve Herr Kapellmann“, das leise „Vür sönd Kenger va os Stadt“ und mit „Fieber“ und dem „Öcher Style“ gleich zwei Partyhits, zu denen je ein Musikvideo gedreht wurde.

„Die Leute sind extrem heiß auf unsere Musik. Fragt man rund, hat jeder ein anderes Lieblingslied. Die CD ist ein solcher Verkaufsschlager, dass wir nachproduzieren lassen“, erzählt Mike. Auch die Anstecknadeln für den guten Zweck sind ein Renner. Für den Verkauf zuständig sind Marcel „Toldo“ Laufenberg und Carolin Cosler.

Ob bei den Bonneploeckern, der KG Lemonas, dem Feuerabend der Spritzemänner oder in der Kaserne bei den Lustigen Blaumännern – überall werden Prinz, Hofstaat, die Prinzengarde mit Kommandant Dirk Trampen und Tanzpaar Sandro Gallazini und Inga Dahlen sowie der Kapelle unter großem Jubel und mit „Hurratschingbum“ empfangen.

Ohne Fahrer klappt nichts

Doch kein einziger Termin würde klappen, wenn es die Fahrer nicht gäbe. Sie bringen die jecke Truppe schließlich von Veranstaltung zu Veranstaltung, kennen jeden Schleichweg, jede Ampelphase und jeden Starenkasten. Das Fahrerteam mit Kalle Winden, Hermann Cremer und Martin Arnoldi sowie Wilfried Mandelartz und Frank Schikora hinter dem Lenkrad besteht aus alten Hasen des Aachener Karnevals.

Um 1 Uhr in der Nacht steht dann der letzte offizielle Termin im Fahrplan des Prinzen. Noch einmal heißt es bei den Oberforstbacher Jonge „Fiere, Danze, Pütsche, Laache“. Doch noch immer kennt Mike I. kein Ende: Auch die Bühne im Foyer des Eurogress will er noch einmal mit seinen Jungs rocken, denn dort steigt die After-Show-Party nach der Penn-Sitzung.

Die Nacht ist kurz, am nächsten Abend wird zu später Stunde der Besuch des Kölner Dreigestirns erwartet. Ein straffes Programm, das dank der perfekt eingespielten Entourage perfekt gelingt.

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