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Patienten sexuell belästigt: Uniklinikum entlässt Pfleger

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Dunkle Wolken über dem Klinikum: In der Notaufnahme des Aachener Krankenhauses hat es erneut einen Übergriff gegenüber einem Patienten gegeben.

Aachen. Das Universitätsklinikum Aachen hat sich von einem Krankenpfleger getrennt, der einen Patienten sexuell belästigt haben soll. Das teilte das Klinikum am Mittwochnachmittag mit und bestätigte damit entsprechende Recherchen unserer Zeitung.

Der Vorfall soll sich bereits vergangenes Jahr in der Notaufnahme des Großkrankenhauses ereignet haben; es ist nicht der erste Skandal, der sich in der jüngeren Vergangenheit in der Notaufnahme ereignet hat. Nach unseren Recherchen hatte der Pfleger während eines Nachtdienstes einen Patienten sediert und danach unsittlich berührt, was das Klinikum in einer Mitteilung am Mittwoch bestätigte.

Der Patient hatte den Vorfall bei seiner Entlassung aus dem Klinikum gegenüber dem Krankenhauspersonal erwähnt. Die Klinikleitung habe diesen Vorwurf „sehr ernst genommen und umgehend Konsequenzen gezogen“, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Die Ermittlungsbehörden seien eingeschaltet, der Pfleger angezeigt und zunächst vom Dienst suspendiert worden. In der Folge sei dann „das Arbeitsverhältnis beendet“ worden.

Die Sprecherin der Aachener Staatsanwaltschaft, Katja Schlenkermann-Pitts, hatte eine Anfrage unserer Zeitung zu dem Fall am Mittwochvormittag unbeantwortet gelassen. Stattdessen veröffentlichte das Klinikum am späten Nachmittag besagte Mitteilung. Weder Schlenkermann-Pitts noch Klinikumssprecher Mathias Brandstädter waren im Anschluss für eine Stellungnahme zu erreichen.

In der Mitteilung hieß es, Mitarbeiter und Leitung des Klinikums seien „über den Vorwurf sehr betroffen“. Schon im Herbst 2014 waren durch Recherchen unserer Zeitung skandalöse Zustände in der Notaufnahme des Uniklinikums bekannt geworden. Mehrere Pfleger hatten entwürdigende Selfies und ein Video mit Patienten angefertigt, die dement oder anderweitig in ihrem Bewusstsein eingeschränkt waren. Die so entstandenen Bildaufnahmen wurden anschließend in einer Whatsapp-Gruppe geteilt.

In einem Prozess gegen die betroffenen Pfleger hatte das Amtsgericht Anfang 2016 Geld- und Freiheitsstrafen verhängt. Ins Gefängnis musste damals allerdings keiner der Pfleger, die Haftstrafen waren zur Bewährung ausgesetzt worden.

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