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Offene Worte beim Abschied von Kazem Abdullah

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
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Abschied im Srobengebäude des Sinfonieorchesters Aachen: Bürgermeisterin Margrethe Schmeer (l.) und Kulturdezernentin Susanne Schwier dankten dem scheidenden GMD Kazem Abdullah, dessen Vertrag nach fünf Jahren ausläuft. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Goldene Tüten, goldene Worte: Im kleinen Foyer des Probengebäudes des Sinfonieorchesters Aachen im ehemaligen Umspannwerk, einem historischen Transformatorenhaus aus dem Jahr 1870, hat am Donnerstag die Stadt Aachen offiziell nach fünf Vertragsjahren ihren Generalmusikdirektor Kazem Abdullah im Rahmen eines Empfangs verabschiedet.

Zahlreiche Weggefährten aus dieser Zeit ließen ihn dabei nicht allein, überreichten kleine Geschenke und Andenken, ließen Gläser klingen, genossen Häppchen und schüttelten ihm dankend die Hand.

Tapfer lächelnd nahm Abdullah all das entgegen. Die inzwischen öffentlich heftig diskutierte Tatsache, dass er diesen Abschied und die Nichtverlängerung des Vertrages gar nicht wollte, stand trotz aller Nettigkeiten im Raum. Bürgermeisterin Margrethe Schmeer sprach von der großen Wertschätzung und Sympathie für den Orchesterchef, „der nun die Aachener Bühne verlässt“.

Er habe das Publikum mit Charme und Können erobert. Nicht zuletzt die Qualität des Orchesters habe er bewahrt und gesteigert, neue Kulturräume in der Stadt erobert – unter anderem bei den Hochschulen. Als Erinnerung an die Verbindung zum Aachener Dom, wo das Sinfonieorchester unter Abdullahs Leitung immer wieder konzertiert hat, gab es als Andenken für den GMD die Kopie einer Bronze-Bodenplatte aus dem Barbarossaleuchter.

Die Dankesrede führte Kulturdezernentin Susanne Schwier fort und würdigte gleichfalls die von Abdullah gesetzten Akzente, nicht zuletzt seine Mitwirkung bei der Kammermusikreihe Accordate. Sie hoffe, dass er „positive Erlebnisse auf seine Reise in die Zukunft“ mitnehmen werde und hob nochmals hervor, dass der GMD seine Heimat nicht nur im Herzen getragen, sondern die Musik Amerikas auch ins Aachener Programm eingeflochten habe – „zurückhaltend in der Öffentlichkeit, sympathisch im Umgang mit seinem Publikum“.

„Kollegen und Freunde“ sprach anschließend Abdullah in seiner kleinen Abschiedsrede an. Er hatte sich gut vorbereitet, wollte nochmals unmissverständlich aussprechen, dass mit dem Abschiedslob der beiden Rednerinnen die vorangegangenen Irritationen nicht vergessen sein können. Nein, er wollte nicht fort von Aachen, hätte sich noch eine gute Zeit dort gewünscht. „Ich fühlte mich mit dem Publikum verbunden“, betonte der GMD, der versicherte: „Ich habe lange Zeit und harte Arbeit investiert, um ein guter GMD zu sein.“ Ihm sei es stets wichtig gewesen, die Musikkultur stärker in die Stadt zu integrieren und dabei die Interessen des Orchesters nicht aus den Augen zu verlieren. „Wenn das, was in fünf Jahren geleistet wurde, nicht ausgereicht hat, sind wir unterschiedlicher Auffassung was diese Arbeit betrifft.“

Mit großer Wärme danke er sämtlichen Abteilungen des Theaters, den guten Kollegen, den Werkstätten, dem Technik-Team, schlicht allen, die – oft unsichtbar – dafür sorgen, dass das „Gesamtkunstwerk“ einer Inszenierung gelingen kann. „Das Licht inspiriert mich bei Rhythmus und Tempi, die Kostüme geben mir den dramatischen Impuls, all das habe ich genossen!“ Herzlicher Applaus. Viele sind gerührt.

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