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Non Profit Camp: Eine soziale Konferenz mit Überraschungsfaktor

Von: Marc Heckert
Letzte Aktualisierung:
belvederesi-kochs Non Profit Camp 2017
Rebecca Belvederesi-Kochs schilderte den Verlauf einer Petitions-Kampagne für einen in Vietnam seit 17 Jahren inhaftierten Priester und Blogger - sie war erfolgreich.
Michael Keukert Non Profit Camp 2017
Von Michael Keukert aus Aachen lernten die Teilnehmer, warum es für die Versender von Newslettern kein Unglück ist, wenn ihre E-Mail-Nachrichten von den Lesern gelöscht werden.
Pater Non Profit Camp
Einblicke in das Leben eines Mönchs und Social-Media-Managers gab Pater Maurus Runge von der Abtei Königsmünster im sauerländischen Meschede.

Aachen. Über das Veranstaltungsformat Barcamp lässt sich vor allem sagen, dass dabei vorher niemand sagen kann, was nachher für eine Veranstaltung herauskommt. Bei diesen Ad-hoc-Tagungen mit Vorträgen und Diskussionen wird erst unmittelbar zu Beginn und oft sehr spontan darüber abgestimmt, welche Themen behandelt werden. So auch beim 3. Aachener Non Profit Camp am Wochenende.

Zielgruppe der Aachener Veranstaltung sind sozial engagierte Menschen, sei es als Ehrenamtler, Vereins-Aktive oder Angestellte in Organisationen. Veranstalter war wie schon in den beiden Vorjahren die Aachener Kommunikationsagentur Rebelko, den Ablauf unterstützte ein Team internetaffiner Aktiver aus der digitalen Szene der Stadt, Gastgeber war das katholische Hilfswerk Missio.

Wie es für ein Barcamp üblich ist, deckte die Bandbreite der rund 25 angebotenen 45-minütigen Einzelvorträge – Sessions genannt – völlig unterschiedliche Themenbereiche ab. Das reichte von einer Einführung in das Soziale Netzwerk Twitter, angeboten von Ralf Simon aus Aachen, über Einblicke in die Digitalisierung von Schulen, angeboten von Tim Becker aus Aachen, bis zum Meditations-Workshop von Nina Theofel aus München.

Aus der Schar der Referenten und Besucher heraus ragte – in mehrfacher Hinsicht – Pater Maurus Runge. Der hochgewachsene Benediktinermönch, die meiste Zeit im auffälligen schwarzen Habit unterwegs, faszinierte seine Zuhörer mit der Schilderung seiner Aufgaben und Erlebnisse als Öffentlichkeitsarbeiter und Social-Media-Manager seines Klosters Königsmünster im sauerländischen Meschede.

Wenn auch die rund 80 Teilnehmer unterschiedliche digitale Vorbildung mitbrachten, bildete die Welt des Internets doch einen der Schwerpunkte des Wochenende. So erklärte Rebekka Badenheuer-May, wie sich eine Community leiten und moderieren lässt, die Gruppe von Nutzern einer Internetplattform. „Ganz wichtig ist Empathie“, riet sie ihrem Publikum. „Ihr müsst euch in eure Nutzer einfühlen können.“

Deutlich technischer ging es zu in der Session von Michael Keukert mit dem nicht bierernst gemeinten Titel „Tipps, wie Euer Newsletter nicht geöffnet wird“. Seine Zuhörer lernten etwa, dass es nicht unbedingt schlecht sein muss, wenn ein Abonnent der E-Mail-Information diese ungelesen löscht. Schließlich habe er sie und ihren Absender zuvor wahrgenommen, sich während des Löschvorgangs damit bewusst auseinandergesetzt und vor allem sein Abo nicht gekündigt.

Welche schwerwiegenden menschlichen Auswirkungen soziale Arbeit im Internet für die Betroffenen haben kann, wurde im Vortrag von Rebecca Belvederesi-Kochs deutlich. Sie schilderte den Verlauf einer Petitions-Kampagne für einen in Vietnam seit 17 Jahren inhaftierten Priester und Blogger - sie war erfolgreich.

Für die lockere und geradezu freundschaftliche Atmosphäre von Barcamps typisch ist ein Rahmenprogramm nach Veranstaltungsende. Dessen Höhepunkt bildete am ersten Abend eine Führung hinter die Kulissen des Aachener Doms inklusive Dachstuhlbesteigung.

So zogen schließlich viele der zumeist aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet angereisten Teilnehmer eine zufriedene Bilanz des Wochenendes, die sich auch im kräftigen Schlussapplaus für die Veranstalter und Sponsoren niederschlug.

„Ich habe viele gute Best-Practice-Beispiele für Kampagnen kennengelernt“, sagte Gerdi Tscherkaschin aus Darmstadt. Die 27-Jährige fuhr nach den beiden Tagen mit vielen Ideen und Anregungen zurück zu ihrem Greenpeace-Ortsverein nach Hessen.

Noch weiter hatte es Ursula Schubiger, die mit ihrer Schwester Elisabeth aus dem schweizerischen Solothurn gekommen war. „Ich habe nicht nur viele Leute kennengelernt, sondern auch Aachen“, freute sie sich. „Nächstes Mal werde ich wohl auch selbst eine Session anbieten.“

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