Aachen - Gefäßstütze soll die Bronchien bei Lungenkrebs reinigen

Gefäßstütze soll die Bronchien bei Lungenkrebs reinigen

Von: uk/abt
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Neuer Bronchien-Stent: Ende des Jahrzehnts einsatzfähig. Foto: TH

Aachen. Dass die scheinbar völlig fachfremde Erforschung von Textilien zu segensreichen Entdeckungen in der Medizin führt, zumal in Aachen, weiß man, seit in den 1960er Jahren am Deutschen Wollforschungsinstitut Insulin synthetisiert wurde. Die jüngste Aachener Entwicklung, die Textilkunde und Medizin kombiniert, soll einmal Lungenkrebs-Patienten helfen: ein Stent (Gefäßstütze), der sich selbst reinigen kann.

Das dauert aber noch einige Jahre. Um die Bronchien zu säubern wird dieser Stent mit Zellen des Patienten besiedelt. Er soll die passiven Bronchien-Stents ablösen, die keinen Schutz vor Atemwegsschleim und dem erneuten Einwachsen des Tumors bietet. Die textile Gefäßstütze – genannt PulmoStent – wird in die Bronchien hinein implantiert und soll sowohl die durch den Krebs versursachte Verengung der Atemwege aufhalten wie die Bildung neuer Tumore verhindern – und auch bei Husten nicht verrutschen.

Professor Stefan Jockenhövel leitet an der RWTH das bis zum Jahr 2016 laufende europäische „PulmoStent“-Projekt mit Experten aus fünf Ländern. Der Stent existiert zwar schon als Muster im Labor und wird demnächst an einem Schaf erprobt, soll allerdings „frühestens am Ende des Jahrzehnts“ für den klinischen Einsatz zur Verfügung stehen.

Die Entwicklung kombiniert Fachwissen aus der seit 20 Jahren bewährten Stent-Technologie und Erfahrungen aus der Gewebezüchtung, die an der RWTH an den Instituten für Textiltechnik (ITA) beziehungsweise Angewandte Medizintechnik (AME) gewonnen wurden. Prof. Jockenhövel nimmt als Vertreter des Fachs Tissue Engineering and Textile Implants (Gewebezüchtung und textile Implantate) eine Brückenfunktion zwischen diesen Instituten ein.

Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Allein in Deutschland steigt die Zahl der Neuerkrankungen jährlich um rund 50.000, und jährlich sterben hier 39.000 .

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