Aachen/Titz - Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt kann sehr schwer sein

Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt kann sehr schwer sein

Von: Thomas Vogel
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Nach Jahren im Minijob war Stephanie Brückmann mit dem Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erfolgreich. Ohne Andrea Hilger, die Expertin der Arbeitsagentur, wäre daraus aber vielleicht gar nichts geworden. Foto: T. Vogel

Aachen/Titz. Kinder kommen, die Stelle geht. Wer sich nach einer Geburt als Elternteil dafür entscheidet, zu Hause zu bleiben, der könnte später, beim Versuch wieder in seinem Beruf unterzukommen, eine böse Überraschung erleben.

Je länger Mama oder Papa dem Arbeitsmarkt fernbleiben, um so schwieriger fällt meist der Wiedereinstieg. Allerdings lassen sich die Chancen auf eine Rückkehr zum Job optimieren. Stephanie Brückmanns Finger schlichen über die Computertastatur. Zu diesem Zeitpunkt war die 42-Jährige hoffnungslos. Sie wusste nicht, dass die E-Mail, die sie gerade verfasst hatte, ihr Leben verändern würde.

Rückblick: Vor 15 Jahren hatte Brückmann bei der Post am Schalter gearbeitet. Ihr Mann hatte sich gerade selbstständig gemacht, als die Kinder kamen. Den Job bei der Post gab sie auf, konnte die Kinder mit in die Werkstatt ihres Mannes nehmen und ins Büro, das sie anschließend 15 Jahre lang im Minijob führte. „Das der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt problematisch werden könnte, dessen war ich mir nicht bewusst“, erzählt sie heute.

„Ich hatte die Familiengründung im Kopf, wir haben ein Haus gebaut, und dann waren die Kinder aus dem Gröbsten raus, und ich dachte: Jetzt muss ich mal sehen, wie es weitergeht.“ Und wie es weiterging, war zunächst wenig erfreulich.

Wie Stephanie Brückmann es erlebt hat, suchen viele Menschen in der Region nach einem Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Agentur für Arbeit Aachen-Düren verzeichnete allein im März 618 Berufsrückkehrer ohne Anstellung. 5850 Frauen wollten in Teilzeit arbeiten, waren aber arbeitslos gemeldet. 50.841 Frauen waren im März ausschließlich geringfügig beschäftigt.

„Ein Großteil von ihnen würde lieber einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, um auch etwas für die Rente zu tun“, erklärt Andrea Hilger, Expertin der Arbeitsagentur Aachen-Düren für Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Viele aber wissen nicht, wie sie ihre Chancen verbessern können. An sie richten sich Beratungsangebote der Agentur. Vielen könnten sie bei der Lösung des Jobproblems helfen. Stephanie Brückmann haben sie geholfen.

Auf dem regulären Arbeitsmarkt war für die Mutter von zwei Kindern keine Stelle zu bekommen. „Ich hatte ja keine Ausbildung zur Bürokauffrau.“ In ihrem alten Job bei der Post konnte sie nicht mehr arbeiten. Das Unternehmen war zwischenzeitlich aus der staatlichen Obhut entlassen, Filialen geschlossen worden. Höchstens ein Minijob in einer Lotto-Annahmestelle mit Postschalter wäre möglich gewesen. Rund 70 Bewerbungen hat Brückmann geschrieben. Oft hat sie erst gar keine Antwort bekommen.

Die E-Mail, die das Leben der zweifachen Mutter ändern sollte, ging an Andrea Hilger. Sie hat Brückmann beraten und ihr den Tipp gegeben, eine externe Prüfung bei der IHK zu machen. Die „Kaufmännische Qualifizierung“ dauerte neun Monate und war quasi eine Ausbildung ohne praktischen Teil. Brückmanns 15 Jahre Büroerfahrung wurden anerkannt. Mit einem Bildungsgutschein der Agentur waren die Kosten gedeckt.

Etwa zehn Bewerbungen später konnte Stephanie Brückmann feiern: Sie hat eine Stelle im Öffentlichen Dienst ergattert. „Ich bin von sieben Uhr morgens bis viertel nach Drei im Büro, und wenn ich nach Hause komme, fühle ich mich total gut“, sagt sie und strahlt. „Ich bin superglücklich. Bei der Agentur für Arbeit würde ich mir viele Mitarbeiter wie Frau Hilger wünschen.“

Das Expertenwissen von Andrea Hilger war der Schlüssel zum Arbeitsmarkt für Stephanie Brückmann, und er kann es für viele andere werden. In Telefonaktionen und Workshops berät sie Wiedereinsteiger – schon heute kann‘s losgehen.

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