Und welche Versicherung kommt für die Schäden auf?

Von: zva
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keller unter wasser
Nur wer eine Elemantarschaden-Versicherung abgeschlossen hat, kann den volgelaufenen Keller geltend machen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Es war eines der heftigsten Unwetter seit Jahren, in ganz Nordrhein-Westfalen zählten Wetterdienste bis zu 6500 Blitze pro Stunde. Gewitterböen, Starkregen und Blitzeinschläge waren die Folge. Jetzt fragen sich viele, welche Versicherung für die Schäden aufkommt.

Bei Autos, die durch umgestürzte Bäume, Hagel, herabgefallene Dachziegel oder durch Überflutung von Straßen beschädigt wurden, ist das relativ unproblematisch, berichtet Christof Schmitz, Sprecher des Bezirks Aachen im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK): „Solche Fälle sind Teilkasko-Sturmschäden. Die Teilkaskoversicherung zahlt, zwar abzüglich vereinbarter Selbstbehalte, aber ohne Rabattrückstufung. Wichtig ist, dass der Schaden den betreuenden Versicherungsvermittlern zügig gemeldet wird. Dann können die Schadenskosten zeitnah ersetzt werden.”

Blick in die Vertragsunterlagen

Wenn, wie beim jüngsten Sturm, die Gewitterböen Windstärke 8 und mehr erreichten, dann seien für Häuserschäden die Gebäude-, und bei Wohnungen die Hausratversicherungen für den Schadenersatz zuständig. Brandschäden seien in der Gebäudeversicherung oder bei Mietern in der Hausratversicherung abgesichert. Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag ersetzten in der Regel die eigene Hausratversicherung.

Ein genauer Blick in die Vertragsunterlagen gebe konkrete Auskunft, ob auch zusätzlich noch zertrümmerte Fenster- und Glasscheiben erneuert werden, sagt Schmitz. Für Hochwasserschäden, beispielsweise verursacht durch einen Rückstau aus der überforderten Kanalisation, komme nur eine Elementarschadenversicherung auf, die in die bereits bestehende Gebäude- oder Hausratversicherung eingeschlossen werden könne.

Schmitz: „Die Elementarschadenversicherung deckt auch Schäden von Erdrutschen, Erdsenkungen und sogar von Erdbeben ab.” Wer beim Umfang seines Versicherungsschutzes unsicher sei, sollte sich von einem Versicherungsvermittler weiterhelfen lassen.

Hauseigentümer, die dem erstem Anschein nach glimpflich davongekommen seien, sollten ihr Hausdach mustern. Denn auch verschobene oder gerissene Dachziegel seien Gewitterschäden, die vom Dachdecker - und auf Kosten der Gebäudeversicherung - gerichtet werden sollten.

Wenn Nachbars Baum oder einer der Gemeinde sowie abreißende große Äste Schäden an Autos oder Häusern anrichteten, helfe in der Regel nur die eigene Versicherung, also die Teilkasko bei Autos und die Gebäudeversicherung.

Was auch immer ein Gewitter an Üblem beschert hat, Schmitz rät: „Einfach alle Schäden melden, Fotos von frischen Schäden sind immer hilfreich, und dann den betreuenden Versicherungskaufleuten den Rest machen lassen. „Denn ob beispielsweise abgerissene Antennen und andere Außenanlagen wie Markisen mitversichert sind, können sie meist schneller feststellen, als ein Geschädigter.”

Wenn, wie jetzt vielerorts geschehen, durch eindringenden Regen der Keller voll Wasser läuft, ist es nicht nur viel Arbeit und unangenehm, es können auch im Keller deponierte Sachen einen Schaden erleiden. Damit dieser Schaden über eine Versicherung abgedeckt ist, benötigt der Geschädigte eine Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung, allerdings müssen beide Versicherungen den Einschluss der Elementarschaden Versicherung beinhalten.
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