Umweltpreis an Herzogenrather Firma verliehen

Von: red
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Deutscher Umweltpreis 2010
Die Gründer der Firma Clean-Lasersysteme aus Herzogenrath, Winfried Barkhausen (links) und Edwin Büchter, sowie der Mitgeschäftsführer des Öko-Instituts Freiburg, Rainer Grießhammer halten in Bremen den von Bundespräsident Christian Wulff (rechts) überreichten Deutschen Umweltpreis in Händen. Foto: dpa

Bremen. So etwas hatte Bundespräsident Christian Wulff noch nicht gesehen. Ein Mann mit grün getönter Brille stellt am Sonntag auf der Bühne des Bremer Musical Theaters einen Laser an.

Hinter einer speziellen Scheibe entlackt, entrostet und reinigt er live mit dem kleinsten Laser der Herzogenrather Clean-Lasersysteme GmbH.

Die Menge der abgetragenen Partikel reicht kaum für ein Marmeladenglas, während bei der konventionellen Sandstrahl-Entlackung ein Zehn-Liter-Eimer mit Schmutz und Reststoffen anfallen würde. Ein schlagender Beweis dafür, wie man mit modernster Technologie etwas für die umwelt tun kann.

Dafür gab es für das Unternehmen, eine vor 13 Jahren gestartete Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik der RWTH Aachen, den Deutschen Umweltpreis. Bundespräsident Christian Wulff übergab ihn an die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Edwin Büchter und Winfried Bark- hausen.

Weitere Preisträger ist der Mitgeschäftsführer des Öko-Instituts Freiburg, Rainer Grießhammer. Der sichtlich gerührte ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow nahm den Ehrenpreis für sein Engagement für den internationalen Umweltschutz entgegen.

Grießhammer einerseits sowie Barkhausen und Büchter andererseits bekommen jeweils 245000 Euro; Gorbatschow 10.000 Euro. Der Deutsche Umweltpreis wird seit 1993 jährlich vergeben und prämiert vorbildliche Leistungen im Umweltschutz.

Gebot der Vernunft

Mit dem von Barkhausen und Büchter entwickelten Laser-Reinigungsverfahren können Materialien oder Werkzeuge etwa im Auto- oder Flugzeugbau ohne gefährliche Chemikalien gereinigt oder von Lack befreit werden. So werde bei den Arbeiten der Energieverbrauch um bis zu 87 Prozent gesenkt. Außerdem entfielen giftige Reinigungsmittel als Abfall, würdigte die Umweltstiftung.

Wulff mahnte vor den mehr als 1000 Gästen eine konsequente Klima- und Umweltschutzpolitik an. „Wir dürfen nicht länger für kurzfristigen Nutzen langfristige Schäden in Kauf nehmen”, sagte er. Dies sei ein Gebot der ökologischen wie der ökonomischen Vernunft.

Auf internationaler Ebene bedeute dies ein konsequenterer Schutz der Ökosysteme. Es brauche eine anspruchsvolle Klimaschutzvereinbarung, um den Klimawandel zu bremsen. „Wir brauchen weitere gemeinsame Anstrengungen zum Erhalt der Artenvielfalt.” Er hoffe auf einen Erfolg beim Klimagipfel im Dezember.

Gorbatschow (79) habe sich stets für den Umweltschutz eingesetzt, etwa als Schirmherr für das „Grüne Band” entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze oder als Vorsitzender der Umweltschutzorganisation „Green Cross”, heißt es in der Begründung der Jury.

Er ist der dritte Ehrenpreisträger des Deutschen Umweltpreises. Vor ihm bekamen ihn die kürzlich verstorbene Hannelore „Loki” Schmidt 2004 und der Ökologe und Tierfilmer Heinz Sielmann 2005.
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