Süßwarenmesse eröffnet: Deutsche naschen am liebsten klassisch

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ISM Köln - Aigner
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) posiert am Sonntag auf der Süßwarenmesse ISM in Köln zwischen zwei Nachbildungen von Faberge Eiern aus Marzipan. Die weltweit größte Süßwarenmesse findet noch bis zum 01. Februar 2012 statt. Foto: dpa

Köln. In Köln hat am Sonntag die Internationale Süßwarenmesse ISM begonnen. Gut 1400 Aussteller aus 65 Ländern zeigen auf der Fachmesse ihre neuen Leckereien. Als Zutaten für Süßes sind dieses Jahr Steckrüben, Möhren, Olivenöl und sogar Aloe Vera im Einsatz. Auch Bratapfel-Bonbons und Nüsse mit Currywurst-Geschmack gehören zu den Neuheiten.

Deutsche Verbraucher griffen zwar hin und wieder zu solch exotischen Süßigkeiten, naschten aber am liebsten klassisch, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie, Klaus Reingen. Eröffnet wurde die Messe von Bundesministerin Ilse Aigner (CSU).

Impulse für angeblich gesunde Süßigkeiten kommen aus Japan, Australien und den USA. Dort hat das in Paraguay wachsende Süßkraut Stevia herkömmlichen Zucker als Zutat teilweise abgelöst, etwa in Softdrinks. Das Kraut soll kein Karies verursachen, kalorienfrei und 300 Mal süßer als Zucker sein.

Mit Stevia experimentieren auch hiesige Hersteller, seit die Europäischen Union den Stoff im Dezember als Lebensmittel zugelassen hat. Vollständig ersetzen könne man Zucker - den wichtigsten Rohstoff der Branche - aber nicht, meinten Vertreter von Industrie und Handel.

Von der weltweit größten Fachmesse für Süßigkeiten erhofft sich die Branche gute Geschäfte, vor allem mit ausländischen Kunden. Mit einem Exportanteil von rund 46 Prozent wanderte 2011 fast jede zweite Tonne deutscher Süßwaren ins Ausland, vor allem in europäische Länder. Die deutschen Hersteller lieferten 2,3 Prozent mehr Süßwaren ins Ausland als 2010, nämlich gut 1,7 Millionen Tonnen.

Der Pro-Kopf-Konsum von Süßigkeiten blieb im Inland 2011 mit 31,4 Kilo nahezu stabil. Insgesamt produzierte die Branche knapp 3,8 Millionen Tonnen Süßwaren, der Umsatz stieg um 2,1 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro. Die Hersteller kämpfen nach eigenen Angaben mit gestiegenen Rohstoffpreisen, etwa für Zucker, Mehl und Mandeln. Durch die gestiegenen Kosten könnten sich Süßwaren nach Einschätzung des Handels auch im Laden verteuern.
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