Studie: NRW nur Mittelfeld bei Wirtschaftskraft

Von: dpa
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Köln. Nordrhein-Westfalen liegt bei Wirtschaftskraft und Wohlstand im bundesweiten Vergleich erneut nur im Mittelfeld. Das bevölkerungsreichste Land schafft wieder lediglich Platz acht in dem Bundesländer-Ranking.

Die arbeitgeberfinanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und die „WirtschaftsWoche” stellten das Ranking am Freitag vor. NRW kämpfe mit den Folgen des Strukturwandels und sei noch dazu stark von der Wirtschaftskrise getroffen. Das Bundesland habe seine „seit längerem schwache Wirtschaftsdynamik nicht substanziell verbessern können” - und komme deshalb bei der Bewertung der Entwicklung von 2006 bis 2009 sogar nur auf Platz 14.

Vergleichsweise gut schneidet NRW bei Wohlstandsfaktoren wie verfügbares Einkommen oder Steuerkraft ab. Auch bei der Kaufkraft - im Schnitt kommt jeder Einwohner zwischen Rhein und Ruhr jährlich aktuell auf 19.151 Euro - sieht es eher gut aus, Platz fünf im Ranking.

Aus Nordrhein-Westfalen werden auch recht viele Patente angemeldet.

Die Landesverwaltung sei relativ schlank aufgestellt - mit rechnerisch 27,2 Staatsdienern pro 100 Einwohnern, erklärte das INSM. In den vergangenen Jahren stieg der Anteil der Hochschulabsolventen zudem etwas stärker als im Bundesdurchschnitt.

Zugleich listet die alljährliche Untersuchung aber auch zahlreiche Schwächen auf. Es hapere ganz klar bei der Wirtschaftsdynamik, sagte INSM-Projektleiter Jan Loleit. NRW kämpfe unverändert mit dem Strukturwandel an der Ruhr. Das zeige sich auch negativ an der zahlenmäßigen Entwicklung der Arbeitslosengeld-II-Empfänger: Der Anteil der Empfänger an der Gesamtbevölkerung sank in NRW nur minimal zwischen 2006 und 2009, während er im Bundesdurchschnitt merklich um 0,5 Prozentpunkte fiel.

Auch die Schulabbrecher-Quote ist lange nicht wie in anderen Ländern gesunken. Besonders schwach ist das Land aufgestellt bei der Kita- Betreuungsquote für unter Dreijährige. Hier sieht die Studie NRW auf dem letzten Platz.

Das Angebot an Ausbildungsstellen fällt ebenfalls deutlich unterdurchschnittlich aus. Als vergleichsweise mager (Rang 13) wird auch die Arbeitsplatzversorgung bewertet - mit einem Anteil der Erwerbstätigen (15 bis 65 Jahre) an der Bevölkerung von 67,4 Prozent.

Die Studie besteht aus einem „Dynamikranking”, das die Entwicklung der Jahre 2006 bis 2009 bewertet und einem „Bestandsranking”, das den aktuellen Ist-Zustand beschreibt. Insgesamt sind 100 wirtschaftliche und strukturelle Indikatoren berücksichtigt, dazu gehören auch etwa Bruttoinlandsprodukt oder Investitionsquote.

Die Analyse hatte das IW Consult durchgeführt, die zum arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln gehört.

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