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Streetscooter: Die ersten Neufahrzeuge übergeben

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:
scooter streetscooter
Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Halle ist frisch herausgeputzt. Sonnenlicht fällt durch das teils gläserne Dach herein und lässt die dort stehenden Fahrzeuge noch heller strahlen. Ein glänzendes Zeichen somit für ein hoffnungsvolles Stück Strukturwandel.

Denn auf dem Gelände des einstigen Bombardier-Eisenbahnwerks, dem mittlerweile nach schmerzlichen, aber abgewendeten Schließungsplänen der kanadischen Konzernmutter eine neue Zukunft unter dem Traditionsnamen Talbot Services vergönnt ist, nehmen erwartungsvolle wahlkämpfende regionale Politiker die Schlüssel für drei Elektromobile der Aachener Eigenentwicklung Streetscooter entgegen.

Noch pünktlich vor den Kommunalwahlen nimmt damit die strombetriebene Mobilität eine neue Dimension an. „E-Mobil aus der Region für die Region“, heißt es, Zuversicht ausdrückend, auf den beiden Pritschenwagen und dem Kastenmodell, das bereits mit 50 Exemplaren bei der Deutschen Post im alltäglichen Zustelleinsatz ist. Das Trio soll bei der Stadt Aachen, der Städteregion und bei der Sparkasse Aachen die Vorhut einer Flotte von insgesamt 100 Fahrzeugen werden. Die meisten von ihnen sollen noch in diesem Jahr abgerufen werden und zum Einsatz kommen.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp pries den Streetscooter als „leuchtendes Beispiel für wirtschaftliche Entwicklung in der Aachener Region“. Und gleichermaßen begeistert zeigten sich Städteregionsrat Helmut Etschenberg und der Euskirchener Landrat Günter Rosenke über diese schmucken elektromobilen Zukunftssymbole.

Tobias Reil von der Streetscooter GmbH verwies darauf, dass zur Jahresmitte mit der geplanten Serienfertigung des Elektroautos begonnen werden soll. Die Jahreskapazität ist auf zunächst 3000 Exemplare eingestellt. Und mit weiteren vielversprechenden Deals mit Flottenkunden, die derzeit verhandelt werden, soll deren Zahl bald bereits auf rund 5000 Stück steigen.

Reil verwies darauf, dass die Fahrzeuge für die Post, die als Abnehmer weiterer größerer Stückzahlen im Gespräch ist, erst kürzlich zur Inspektion nach Aachen zurückgekehrt seien. Technisch habe es „keine größeren Schwierigkeiten“ gegeben, das Feedback der Nutzer sei „sehr positiv“ gewesen.

OB Philipp sprach von einer „Sensation“, dass nach den vermeintlich düsteren Perspektiven für Bombardier nun ein Weg gefunden worden sei, dass Aachen wieder zu einem Produktionsstandort für Autos geworden sei – wie schon einmal vor vielen Jahrzehnten. „Hier entsteht etwas Großes“, ist er fest überzeugt, dass die Streetscooter-Fahrzeuge ihre volle Alltagstauglichkeit nun auch in der Region sichtbar machen könnten. Und Städteregionsrat Etschenberg zeigte sich „richtig happy: Aus einer Perspektive ist Realität geworden. Die Idee passt in die Zeit“. Und voll des Lobes war neben seinem Kollegen Rosenke auch der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn, der von einem „wichtigen gesamtregionalen Symbol“ sprach, mit dem ein „klares Ja zur regionalen Wertschöpfung“ formuliert werde. Er zeigte sich überzeugt, dass die 100 Fahrzeuge „nur ein Anfang“ sein könnten. Er hege „die große Hoffnung, bei der Geburtsstunde eines Großunternehmens dabei“ gewesen zu sein.

Nun werden die Kommunen in der Region also mit der Nutzung des Streetscooters auf den Straßen kräftig Marketing für das Konzept machen. Und vielleicht schon nächstes Jahr könnten auch die ersten Personenwagen dieses Modells unterwegs sein, kündigte Streetscooter-Geschäftsführer Professor Achim Kampker an.

Und auch jenseits der Grenzen in den Niederlanden und Belgien ist, wie sich bei der Übergabe gestern zeigte, das Interesse an diesen Fahrzeugen sehr groß. Auch dort dürften also bald Streetscooter stromern.

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