Startercenter in der Region mit positiver Bilanz

Von: Ulrich Kölsch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Die Startercenter sind zu einem wichtigen Element der Wirtschaftsförderung in der Region geworden”, bilanzierte Ralf W. Barkey.

Seit drei Jahren bündeln in NRW die Startercenter die Beratungsleistung, die potenzielle Firmengründern beim Sprung in die Selbstständigkeit hilft.

Rund ein Viertel aller Firmengründungen in der Region gingen inzwischen auf das Konto dieser Gemeinschaftsinitiative zurück, stellte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen am Mittwoch fest. Sie wird getragen wird von beiden Wirtschaftskammern, den Kreisen Düren, Heinsberg, Euskirchen sowie der StädteRegion Aachen. Allein im letzten Jahr haben sich 2591 Gründungsinteressierte an regionalen Startercenter gewandt. In der nächsten Stufe waren es nur noch 1143 Kandidaten, die sich zu Individualberatungen mit Experten trafen und schließlich einen Businessplan für ihre Gründungsidee entwickelten. Schätzungsweise 900 wagten dann 2009 den Sprung in die Selbstständigkeit. Ein Jahr zuvor waren es 456. Von den 900 steuerten 52 Prozent eine Existenz im Bereich Dienstleistung, 18 Prozent im Handwerk, und 14 Prozent im Handel an.

„Mit den bisherigen Ergebnissen können wir zufrieden sein”, versicherte IHK-Geschäftsführer Christoph Schönberger. Künftig werde das Startercenter seine Aktivitäten stärker auf einzelne Zielgruppen, Migranten oder Frauen, ausweiten. Erforderlich sei auch, mehr Gründer in der Phase der Existenzfestigung etwa durch ehrenamtliche Betreuer (Coaches) zu begleiten. Unzufrieden zeigte sich Schönberger mit dem Anteil technologieorientierter Unternehmen an den Neugründungen, den er mit 50 bis 60 bezifferte. Hier mache sich der Wegfall entsprechender, einfach gestrickter Spezialprogramme bemerkbar, die zum Ende der 80-er Jahre sehr effektiv gewesen seien.

Insgesamt reicht nach Barkeys Ansicht die Zahl der neuen Unternehmen in der Region nicht aus, die Beschäftigungslage deutlich zu verbessern. Rein statistisch gesehen gab es im Kammerbezirk im letzten Jahr 10605 Gewerbeanmeldung, 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahl ist nur bedingt aussagefähig weil sie das Ausstellen eines Gewerbescheins ebenso erfasst wie die tatsächliche Gründung eines Unternehmens. Positiv entwickelte sich der Gründungssaldo. Nach Abzug der Liquidationen (8852) stieg die Gesamtzahl der Firmen im Kammerbezirk Aachen um 1753. Das waren 15,9 Prozent mehr als 2008.

Für Friedrich-Wilhelm Weber, dem Leiter der fünf Startercenter im Kammerbezirk Aachen, ist eine Berechnung des Instituts für Mittelstandsforschung aussagefähiger, die den tatsächlichen Markteintritt erfasst. Danach gab es 2009 in der Region 3250 Vollerwerbs- und 3200 Nebenerwerbsgründungen.

Die Bestandsfestigkeit der neuen Firmen relativiert das Gründungsgeschehen: Nach Berechnungen der Kammern ist zwölf Monate nach der Gewerbeanmeldung noch die Hälfte wirtschaftlich aktiv. Der Rest ist vom Markt verschwunden. Nach fünf Jahren haben sich 55 Prozent der Firmen eines Gründungsjahrgang „durchgebissen”. Sie haben die Startphase überwunden und gute Chancen, am Markt zu bestehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert