Würselen - Staatsanwalt ermittelt gegen Cemecon

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Staatsanwalt ermittelt gegen Cemecon

Von: Berthold Strauch
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Hoch über den Dächern des Europarks: Der Cemecon-Schriftzug ist weithin sichtbar - die Perspektiven für das High-Tech-Unternehmen bleiben aber vorerst noch verborgen. Foto: Berthold Strauch

Würselen. Hat das Insolvenzverfahren beim Würselener High-Tech-Unternehmen Cemecon AG das Zeug zum Wirtschaftskrimi? So viel steht fest: Die Aachener Staatsanwaltschaft hat bereits Ende April ein Ermittlungsverfahren gegen „verantwortliche Personen” des Unternehmens eingeleitet.

Das bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung. Zu den Hintergründen schwieg er aus „ermittlungstaktischen Gründen”. Auch zum Auslöser des Verfahrens wollte Deller nichts sagen.

Dass die Spezialisten für Wirtschaftskriminalität in der Strafverfolgungsbehörde den Fall Cemecon ausleuchten wollen, hängt nach Erkenntnissen unserer Zeitung mit Strafanzeigen zusammen, die gekündigte Mitarbeiter gegen ihr Unternehmen im Europark erstattet hätten.

Cemecon-Beschäftigte hatten gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass sie offiziell zwar kurzgearbeitet hätten - seit Mitte Januar zwei Stunden täglich. Nach drei Monaten sei der Kurzarbeitsanteil von 25 auf 75 Prozent gesteigert worden.

Somit hätten sie also täglich nur zwei Stunden regulär gearbeitet. Allerdings hätten sie in ihren „freien” sechs Stunden, die normalerweise über die Agentur für Arbeit finanziell weitgehend ausgeglichen werden, auf „freiwilliger Basis” für das Unternehmen weitergearbeitet. Auch dafür hätten sie von ihrem Arbeitgeber Geld bekommen müssen.

Stattdessen seien die 75 Prozent als Kurzarbeitszeit an die Agentur für Arbeit weitergemeldet worden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Thomas Georg erklärte am Dienstagabend, weder der Cemecon-Vorstand noch er seien bislang von der Staatsanwaltschaft kontaktiert worden, deshalb könne man zu möglichen Vorwürfen auch nichts sagen. Vorstand und er betonten, sie würden bei Bedarf die Staatsanwaltschaft selbstverständlich unterstützen. Für Mittwoch hat Georg zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Anschließend soll die Presse informiert werden.

Auf Nachfrage unserer Zeitung kündigte Joachim Neuser, Sprecher von NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU), an, dass die Abteilung für Unternehmenssicherung kurzfristig Kontakt zum Insolvenzverwalter aufnehmen werde, um Hilfe anzubieten. Von Cemecom habe es aber noch keine Anfrage gegeben.
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