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Sport als Vorbild für die Firma

Von: Jan Mönch
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National-Handballtrainer Heiner Brand, EWV-Geschäftsführer Manfred Schröder, EWV-Hauptabteilungsleiter Vertrieb Axel Kahl, Prof. Bernd Mathieu, Prof. Alwine Mohnen, Gisela Kohl-Vogel. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. Es war Starspieler Stefan Kretzschmar, dem die mäßige Hotelküche schließlich reichte. „Du, Heiner? Können wir heute nicht mal zu McDonald´s?”, fragte der Handballer seinen Trainer - und zwar ausgerechnet während einer heißen Turnierphase.

Wohlwissend, dass unweit Journalisten einer „großen deutschen Boulevardzeitung” untergebracht waren, gab der Coach sein Okay. Die Anekdote von der Europameisterschaft 2004 gab Heiner Brand beim Unternehmerforum der Energie- und Wasserversorgung (EWV) in Stolberg zum Besten. Auch bei der sechsten Auflage des von EWV-Geschäftsführer Manfred Schröder und Vertriebsleiter Axel Kahl eröffneten und vom Chefredakteur dieser Zeitung, Bernd Mathieu, moderierten Forums waren viele Wirtschaftsvertreter der Region erschienen.

Die goldene Mitte zwischen Autorität und Demokratie zu finden bezeichnete Heiner Brand als maßgeblich, um Erfolg im Team zu haben. So war der Besuch in dem Schnellrestaurant dem Vermögen geschuldet, „zum richtigen Zeitpunkt von Prinzipien abzuweichen. Kompromisse sind kein Zeichen von Schwäche.”

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es zwischen dem Weltmeistermacher von 2007 sowie Gisela Kohl-Vogel, Geschäftsführerin bei BMW Kohl, und Professor Alwine Mohnen, Lehrstuhl für Internationales Personalmanagement an der RWTH Aachen, darum, ob und inwieweit Maximen aus der Welt des Sport in der Unternehmensführung Gültigkeit haben. Die Schnittmenge fiel überraschend groß aus.

„Man kann nicht jedermanns Freund sein”, pflichtete Kohl-Vogel einer weiteren Feststellung bei. Unpopuläre Entscheidungen seien beim Ausfüllen einer Führungsposition unumgänglich. Ein weiterer Konsens: Geld ist längst nicht immer alles. So lasse sich die Kohl-Belegschaft Prämien nicht selten in Urlaubstagen auszahlen.

Alwine Mohnen konnte diese Tendenz aus der jüngeren Forschung bestätigen: „Materielle Anreize können zur Leistungssteigerung führen, aber nicht in allen Fällen.” Andere Untersuchungen wiederum hätten jüngst gezeigt, dass Angestellte mitnichten „Eigennutzenmaximierer” seien. Gutes Essen schließlich, das wusste Mohnen auch ohne entsprechende Forschung, „ist nie verkehrt.”

Ob damit ein Burger gemeint war, ließ die Wissenschaftlerin offen. Jedenfalls muss ein solcher noch nicht mal im Leistungssport schaden: Wenige Tage nach dem medial beachteten Ausflug in die Imbissbude sorgte Heiner Brands Truppe für ganz andere Schlagzeilen - als aktueller Europameister.
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