Aachen/Heinsberg - Schlecker-Pleite jährt sich zum ersten Mal

Schlecker-Pleite jährt sich zum ersten Mal

Von: Von Christina Merkelbach
Letzte Aktualisierung:
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Hat nach wie vor guten Kontakt zu früheren Schlecker-Kolleginnen: Claudia Schäzle. Foto: V. Müller
Schlecker
Heute vor einem Jahr hat Schlecker Insolvenz angemeldet. Foto: dpa

Aachen/Heinsberg. Vor einem Jahr hat Schlecker Insolvenz angemeldet. Mit der Pleite des einstigen Drogerieriesen verloren deutschlandweit rund 25.000 Menschen ihren Arbeitsplatz, die meisten von ihnen waren Frauen. Unter ihnen war Claudia Schäzle aus Heinsberg-Karken.

16 Jahre arbeitete sie bei Schlecker als Verkäuferin, davon einige Jahre als stellvertretende Filialleiterin. Seit dem 3. Dezember 2012 hat sie eine neue Stelle als Verkäuferin in einem Schuhhaus. Damit sei sie im ehemaligen Kolleginnenkreis eine Ausnahme, sagt sie. „Es gibt schon ein paar, die etwas Neues gefunden haben. Aber der größte Teil ist nach wie vor ohne Job.“

So genau weiß die 50-Jährige das, weil der Kontakt zu den früheren Kolleginnen nach wie vor bestehe. Deshalb haben sich im Dezember alle zum Weihnachtsessen getroffen. So wie früher, vor der Schlecker-Pleite. „An den Zusammenhalt und das Betriebsklima in den Läden denke ich sehr gerne zurück“, sagt Claudia Schäzle.

Ihren neuen Job habe sie durch Eigeninitiative gefunden. „Ich habe direkt im Geschäft nachgefragt, ob sie noch eine Verkäuferin brauchen können.“ Die Agentur für Arbeit sei ihr bei der Suche keine große Hilfe gewesen. Interessiert hat sie sich auch für eine Umschulung zur Kita-Erzieherin. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte diese Möglichkeit für Ex-Mitarbeiterinnen von Schlecker ins Gespräch gebracht. „Ich habe viel nach dieser Umschulung gefragt, aber niemand konnte mir weiterhelfen“, sagt Claudia Schäzle. So einfach gehe das alles nicht, habe es geheißen.

Am liebsten hätte Claudia Schäzle mit früheren Kolleginnen eine Schlecker-Filiale übernommen und als „Dorf-Drogerie“ weitergeführt. So wie es Kolleginnen in Baden-Württemberg gemacht haben. „Das war unser Traum“, sagt Schäzle. In Nordrhein-Westfalen gebe es dafür aber so gut wie keinen Bedarf.

Laut Bundesagentur für Arbeit haben bisher 9800 der ehemaligen Schlecker-Angestellten wieder eine Stelle. 115 machten sich selbstständig und etwa 2500 meldeten sich aus anderen Gründen ab. Bei der Agentur für Arbeit Aachen-Düren hatten sich insgesamt 263 frühere Schlecker-Mitarbeiterinnen arbeitslos gemeldet. Inzwischen seien es noch 92, wie eine Agentur-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung sagte. „Die Frauen arbeiten in ganz unterschiedlichen Branchen, eine ganze Reihe von ihnen wieder als Verkäuferinnen.“ 121 hätten einen neuen Arbeitsplatz und 50 hätten sich abgemeldet, etwa weil sie in Rente gegangen seien.

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