Schlechte Nachrichten für Jagdfeld: Wert des Adlon-Hotels sinkt

Von: Marlon Gego
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Adlon
Die Ratingagentur Moody‘s beziffert in einer Bewertung, die unserer Zeitung vorliegt, den Wert des Adlon nur noch mit 182 Millionen Euro – nicht einmal mehr die Hälfte dessen, was die 4300 Anleger in das Hotel investiert haben, 380 Millionen Euro. Foto: ddp

Berlin/Aachen. Die Flut der schlechten Nachrichten für die Anleger des Aachener Unternehmers Anno August Jagdfeld reißt nicht ab. Nachdem die Investoren von Jagdfelds Fundus-Fonds 34, dem das Grand Hotel in Heiligendamm gehört, nach dem Insolvenzantrag mit einem Totalverlust ihrer insgesamt investierten 127 Millionen Euro rechnen müssen, gibt es nun auch für die 4300 Investoren des Adlon-Hotels in Berlin (Fundus-Fonds 31) schlechte Nachrichten.

Die Ratingagentur Moody‘s beziffert in einer Bewertung, die unserer Zeitung vorliegt, den Wert des Adlon nur noch mit 182 Millionen Euro – nicht einmal mehr die Hälfte dessen, was die 4300 Anleger in das Hotel investiert haben, 380 Millionen Euro.

In seiner aktuellen Ausgabe schreibt das „Manager Magazin“ von der Möglichkeit eines „Totalverlusts“ auch des Fundus-Fonds‘ 31. Jagdfeld selbst weist diese Spekulationen „auf das Schärfste zurück“. Doch ein Adlon-Investor sagte dem Magazin: „Der Fonds wird von Jagdfeld ausgeplündert.“ Diese Vermutung hat auch die Kölner Staatsanwaltschaft, die Jagdfeld und fünf seiner Mitarbeiter wegen Untreue beziehungsweise schwerer Untreue angeklagt hat. Ein Prozess gegen Jagdfeld könnte dieses Jahr in Aachen beginnen, das Gericht prüft im Moment die Eröffnung des Verfahrens.

Moody‘s hat sich mit einer weiteren von Jagdfelds Immobilien befasst, dem Quartier 206 in Berlin-Mitte, das Familie Jagdfeld selbst gehört. Da Jagdfeld einen Kredit über 145 Millionen Euro angeblich nicht mehr bedient, haben seine Gläubiger die Immobilie unter Zwangsverwaltung stellen lassen. Das Berliner Amtsgericht stimmte zu. Noch 2013 könnte es zu einer Zwangsversteigerung kommen. Allerdings: Moody‘s taxiert den Wert des Quartier 206 nur noch auf 35 Millionen Euro, nachdem Gucci, Yves Saint Laurent und Louis Vuitton ihre Pachtverträge nicht verlängert haben.

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