Regionaler Wirtschaftsförderer Agit stellt sich neu auf

Von: Udo Kals undChristina Merkelbach
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Aachen. Der Weg für die sogenannte regionale Strukturreform scheint nach langwieriger Diskussion geebnet - und sorgt bei den Mitarbeitern der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur Agit für Frust.

Denn im Rahmen der Neuausrichtung der Agit mit Sitz am Aachener Europaplatz wird die GmbH auch personell auf kleinere Füße gestellt. Es sollen zwar keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden, doch projektbezogene Verträge werden nicht verlängert.

„Derzeit gibt es bei der Agit mit 60 Arbeitsplätzen so viele wie nie zuvor. Ab kommendem Jahr werden es 45 sein”, sagte Helmut Greif, Agit-Geschäftsführer, auf Nachfrage. Nach Informationen unserer Zeitung sollen bis Ende 2013 weitere 30 Arbeitsplätze wegfallen. Diese Zahl bestätigte Greif nicht. Entschieden widersprach er Gerüchten, dass das Fortbestehen der Agit insgesamt auf dem Spiel stehe. „Uns wird es weiterhin geben, nur eben mit weniger Mitarbeitern.” Man werde sich künftig auf die ursprünglichen Kernkompetenzen der Agentur besinnen: die Ansiedlung technologieorientierter Unternehmen in der Region. „Politisch orientierte Projekte, die es bei uns zuletzt gab, werden künftig zum neuen Zweckverband gehören.”

Bereits zum Jahresbeginn hatte die Verantwortlichen aus Stadt und Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg in Sachen Strukturreform einen ersten wichtigen Schritt getan. In bemerkenswerter Einmütigkeit hatte im Januar die Regionalkonferenz den Weg dafür bereitet, dass möglichst zum 1. Januar 2013 an die Stelle des Vereins Regio Aachen ein Zweckverband treten soll, also ein Zusammenschluss auf der Grundlage eines Gesetzes und/oder eines öffentlich-rechtlichen Vertrages, treten.

Dieser Zweckverband soll den Namen Region Aachen tragen und viele Aufgaben bündeln, transparenter sein und der Politik größere Einflussmöglichkeiten bieten. Dabei soll die „neue” Regio nicht mehr „nur” auf die Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit in der Euregio Maas-Rhein beschränken, sondern in und für die Region agieren.

Im September und Oktober sollen die Regionalkonferenz sowie die beteiligten Gebietskörperschaften endgültig grünes Licht geben. Strukturpolitisch eine wichtige Entscheidung - vor allem auch mit Blick auf die sich formierende Metropolregion Rheinland, in der sich bislang vor allem die Zentren Düsseldorf und Köln als Taktgeber präsentieren. „Der Zweckverband gibt die Möglichkeit, die Kräfte zu bündeln”, schrieb Thomas Heuser, dessen Büro die Grundlage der angestrebten Strukturreform erarbeitet hatte, den Verantwortlichen zum Jahresbeginn ins Stammbuch: „In der bisherigen Struktur gab es kein Vorwärtskommen. Die Region kann jetzt mit einer Stimme sprechen.” Dass dazu am besten auch eine reformierte Agit gehöre, daraus machte Heuser niemals einen Hehl.

Nun hat sich der Agit-Aufsichtsrat auch dieser Meinung nach langem Zögern angeschlossen. Mit einer neu aufgestellten Agentur soll die Region noch handlungsfähiger werden. Das heißt: Entschlackung und Konzentration auf die operative Wirtschaftsförderung. Dabei sollen nach Heusers im Januar formulierten Vorstellungen vor allem die Hochschulen und Unternehmen ins Boot geholt werden, die bislang wohl auch durch das überfrachtete Aufgaben-Portfolio abgeschreckt werden. Zudem soll sich die Agit in ihrer Arbeit an den Zielvorgaben messen lassen, die der Zweckverband formuliert.
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