Monschau/Aachen - Preisgekröntes IT-Projekt in der Region gestartet

Preisgekröntes IT-Projekt in der Region gestartet

Von: Heiner Schepp
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Startschuss für das preisgekrönte IT-Projekt Mobile ACcess: Monschaus Bürgermeister Theo Steinröx, die Beigeordnete Margareta Ritter, Andreas Krautscheid, NRW-Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Kreisdirektor Helmut Etschenberg sowie die RWTH-Professoren Leif Kobbelt und Klaus Wehrle (von links). Foto: Heiner Schepp

Monschau/Aachen. Mit Hochgeschwindigkeit rasen wir am heimischen PC oder im Büro über die Datenautobahn. Sind wir unterwegs, ermöglichen mobile Telefone oder Computer fast überall den Zugang zum Internet.

Doch alle technologische Entwicklung im Mobilfunksektor auf der einen und im Bereich Internet auf der anderen Seite hat bislang keinen mobilen, schnellen (sprich: breitbandigen), flächendeckenden und vor allem günstigen oder gar kostenfreien Zugang ins weltweite Netz erforschen können. Dieses Ziel verfolgt nun das Projekt „Mobile ACcess”, das am Dienstag in Monschau vorgestellt und von Andreas Krautscheid, NRW-Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, offiziell gestartet wurde.

„Das ist eine spannende und außergewöhnliche Geschichte”, bekannte der Minister, nachdem Prof. Klaus Wehrle und Prof. Leif Kobbelt vom Lehrstuhl für Informatik an der RWTH Aachen (Distributed Systems Group und Informatik 8) das Projekt dargestellt hatten. Wehrle steckte den weiteren Fortgang und den ehrgeizigen Zeitplan des Projekts ab: Schon im Herbst 2010 soll eine erste lauffähige Version für einen eingeschränkten Nutzerkreis in Monschau vorliegen, „nach weiterer Optimierung möchten wir im Mai 2012 die Öffentlichkeit mit ins Boot nehmen”.

Die Öffentlichkeit spielt indes im gesamten Projekt eine wichtige Rolle. Denn mit mehr als 17,4 Millionen DSL-Internetzugängen in Deutschland, die theoretisch eine großflächige Bereitstellung drahtloser Breitbandzugänge über WLAN unterstützen könnten, schlummert in den privaten Haushalten ein enormes Potential zur Schaffung kostengünstiger Internetzugänge für mobile Benutzer.

Auch öffentliche Einrichtungen, Firmen und Universitäten verfügen über großflächige bereits etablierte Netzwerke: So befinden sich alleine in Aachen mehr als 4000 WLAN Access Points (Deutsch: „Funkzugangsknoten”), die bereits eine gute Abdeckung des inneren Stadtgebietes bieten könnten. In der Praxis stellen jedoch diese Access Points nur Inselnetzwerke dar, die für wenige Benutzer in kleinen Gebieten drahtloses Internet ermöglichen. Damit sind sie weit von der Vision eines allgegenwärtigen mobilen Zugangsnetzes entfernt.

Ein Weg zu einer effizienteren Nutzung der bestehenden Infrastruktur liegt daher in einer kooperativen Nutzung aller Netze. Es fehlt jedoch ein Konzept, diese individuellen Zugänge rechtlich unbedenklich und vor allem sicher gemeinsam nutzbar zu machen.

Daher entwickelt die RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Kommunen (die Städte Aachen und Monschau, Lancom Systems, Weiss Intermedia, Regio IT, Fraunhofer FIT, iTouring, Red Team) ein ganzheitliches Netzzugangskonzept, das auf der bestehenden privaten, öffentlichen und kommerziellen Infrastruktur basiert. Ein technisches Hauptmerkmal des Systems besteht in der Verwendung eines sicheren Datentunnels zwischen dem Mobilgerät und einem Vertrauenspunkt, zum Beispiel dem eigenen WLAN-Zugangspunkt zuhause.

Das Projekt hat im IT-Wettbewerb des Landes im Frühjahr den Zuschlag und Gesamtzuwendungen in Höhe von 3,8 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen erhalten.
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