NRW-Arbeitsmarkt zeigt sich gut erholt

Von: Frank Bretschneider, dapd
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Arbeitsmarkt
Bei Arbeitsmarkt-Experten herrscht Optimismus: Für 2011 rechnen sie erneut mit einem kräftigen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Düsseldorf. Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen hat sich 2010 überraschend zügig von der Wirtschaftskrise erholt. Auch für 2011 bleiben die Aussichten den Prognosen zufolge günstig. Im Jahresverlauf waren im Durchschnitt 781.000 Menschen ohne Arbeit gemeldet.

Das waren 21.400 oder rund 2,7 Prozent weniger als 2009, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Düsseldorf bilanzierte. Vor einem Jahr hatte die Behörde für 2010 noch zwischen 885.000 und 900.000 Arbeitslose in NRW erwartet.

Für 2011 rechnet die Regionaldirektion mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Prognostiziert wird eine durchschnittliche Arbeitslosenzahl zwischen 720.000 und 740.000. Das wäre der niedrigste Stand seit 1993. Bei anhaltend guter konjunktureller Entwicklung könnte die Arbeitslosigkeit Ende 2011 sogar erstmals seit 1992 wieder unter 700.000 liegen, hieß es.

Die Prognose sei aber „mit vielen Unsicherheiten” behaftet, räumte Direktionschefin Christiane Schönefeld ein. So bleibe abzuwarten, wie sich die Finanzmärkte angesichts der Probleme einiger Länder der Euro-Zone entwickeln werden und wie sich dies auf die Realwirtschaft des bevölkerungsreichsten Bundeslandes auswirken werde.

Bei der überraschend guten Erholung des NRW-Arbeitsmarktes 2010 spielten Schönefeld zufolge gleich mehrere Faktoren erfolgreich zusammen. Zum einen sei die NRW-Konjunktur schneller als erwartet wieder angesprungen. Zum anderen hätten die Betriebe und die Beschäftigten den Umgang mit der Krise „klug” bewältigt. Die Kurzarbeit und insbesondere die Bereitschaft der Mitarbeiter dazu habe sich als erfolgreiches arbeitsmarktpolitisches Instrument bewährt. Die Firmen hätten zugleich auf flexible Arbeitszeiten gesetzt und Einschränkungen der Produktivität hingenommen.

Kein akuter Fachkräftemangel in NRW

Mit Blick auf die Debatte um einen Fachkräftemangel in Deutschland gab Schönefeld für NRW vorerst Entwarnung: „Aus unseren Arbeitsmarktdaten lässt sich derzeit - abgesehen vom Altenpflegebereich - kein akuter Fachkräftemangel ableiten.” Wegen der demografischen Entwicklung hin zu mehr älteren Menschen sei aber auch in NRW „in absehbarer Zeit” mit einem wachsenden Fachkräftebedarf zu rechnen. Vor allem mit dem Renteneintritt der geburtenstarken 1960er-Jahrgänge in 10 bis 15 Jahren werde der Ersatzbedarf für qualifiziertes Personal stark steigen.

Vor diesem Hintergrund appellierte Schönefeld an Firmen und Politik, die Möglichkeiten der beruflichen Ausbildung in Betrieben und an Universitäten auszuweiten und möglichst vielen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz anzubieten. Zuwanderung allein könne das Problem nicht lösen, da Deutschland in einem harten europäischen Wettbewerb um die besten Fachkräfte stehe.
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