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NRW-Arbeitgeber rechnen 2013 mit mehr Arbeitslosen

Von: dapd-nrw
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Iserlohn. Die Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen sehen 2013 den Stellenmarkt im bevölkerungsreichsten Bundesland wieder stärker unter Druck. Grund sei die erwartete geringere wirtschaftliche Dynamik. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Unternehmer NRW, Horst-Werner Maier-Hunke, geht von einem Wachstum von bis zu 0,7 Prozent aus.

Damit sei ein Aufbau zusätzlicher Beschäftigung kaum möglich. „Die Zahl der Arbeitslosen dürfte deshalb wohl eher leicht zunehmen”, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd in Iserlohn.

Eine Krise sieht Maier-Hunke, der Chef des Iserlohner Büroartikelherstellers Durable ist, aber trotz anhaltender Turbulenzen in der Eurozone nicht am Konjunkturhimmel heraufziehen. Zudem sei die wirtschaftliche Entwicklung im anhaltend exportstarken NRW im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern immer noch gut: „Wir sind ein Fels in der Brandung”, machte er deutlich.

Euro nicht „zerreden”

Angesichts der Exportabhängigkeit der NRW-Wirtschaft warnte Maier-Hunke vor einem „Zerreden” des Euro. „Wir haben eine Staatsschuldenkrise, aber keine Krise des Euro”, betonte er. Ein Ende des Euro wäre nicht nur für die NRW-Wirtschaft eine Katastrophe. Deshalb müssten die Euro-Länder umso mehr an einem Schuldenabbau arbeiten. Auch Deutschland sei dabei in der Pflicht: „Wir treten in der Eurozone zwar als Lehrmeister auf, sind aber dennoch nicht der Musterknabe”, kritisierte er.

Mit Blick auf den Fachkräftemangel sieht Maier-Hunke NRW und Deutschland besser aufgestellt, als es in der öffentlichen Diskussion dargestellt werde. Das Problem sei mit den richtigen Maßnahmen gut zu bewältigen. Angesichts eines rapide steigenden Durchschnittsalters von Facharbeitern und Ingenieuren sowie der wegen des demografischen Wandels langfristig sinkenden Zahl von Bewerbern müsse mehr für den Nachwuchs getan werden. „Dazu müssen wir das Potenzial in Deutschland besser pflegen als bisher und beispielsweise auch mehr Frauen in die Berufe bringen.”

Vor diesem Hintergrund warf Maier-Hunke den Gewerkschaften eine Dramatisierung der Debatte um schlecht bezahlte Arbeit vor: „So schlimm ist die Lage gar nicht.” Ein maßgeblicher Teil der „mutmaßlich” prekären Beschäftigungsverhältnisse komme auf Wunsch der Mitarbeiter zustande: „Viele Menschen wollen nach meiner Erfahrung eine individuelle Arbeitszeit und nicht unbedingt Vollzeit arbeiten. Dafür nehmen sie Abschläge in Kauf.” Allein in seinem Unternehmen gebe es inzwischen mehr als 30 Arbeitszeitmodelle.

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