NGG kündigt Warnstreiks an

Von: Nils Heinichen
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Aachen. Nach zwei gescheiterten Tarifverhandlungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit der Süßwarenindustrie NRW drohen die Aachener Arbeitnehmer mit Warnstreiks.

 „Wenn uns am 6. Juni kein vernünftiges Angebot unterbreitet wird, werden wir Druck machen“, kündigt der Geschäftsführer der NGG Aachen, Peter Mogga, an. Die Gewerkschaft fordert eine Entgelterhöhung von 5,5 Prozent sowie die Übernahme der Auszubildenden für mindestens zwölf Monate. Zuletzt hatten die Arbeitgeber lediglich 2,1 Prozent angeboten. Die Übernahme der Auszubildenden lehnen sie strikt ab. „Wir versuchen als Gewerkschaft immer, realistische Forderungen zu stellen. Der Vorschlag der Arbeitgeber ist allerdings inakzeptabel“, sagt Mogga. So erhöhte sich das Bruttoeinkommen eines Arbeiters der untersten Gehaltsstufe bei einer Entgelterhöhung um 2,1 Prozent nur um 22 Cent pro Stunde. Im Monat wäre dies eine Steigerung des Bruttolohns von 36 Euro.

„Alles wird teurer. Die Energiekosten sind um 20, Obst- und Gemüsepreise um 7,9 Prozent gestiegen. Das unterstreicht unsere Forderung von 5,5 Prozent“, erklärt Ralf Göbbels, Betriebsratsvorsitzender der Firma Kinkartz und Mitglied der Tarifkommission. Als Gründe für eine Ablehnung der geforderten Entgelterhöhung wurden gestiegene Rohstoffpreise, höhere Energiekosten und der Rücklauf des Exportgeschäftes genannt. „Die Enttäuschung bei den Beschäftigten ist schon spürbar. Alle wollen aber mitziehen und durch Warnstreiks Druck machen“, beschreibt Klaus Netzer, Betriebsratsvorsitzender der Firma Lambertz die Gefühlslage der Arbeitnehmer.

Rund 4000 Menschen sind zurzeit in der Region Aachen in der Süßwarenindustrie beschäftigt. Geplant sind – sofern es zu keiner Einigung am 6. Juni kommt – gemeinschaftliche Streiks von Lindt & Sprüngli, Lambertz und Kinkartz. „Bringen die Warnstreiks dann nicht den gewünschten Erfolg, denken wir auch über unbefristete Streiks nach“, sagt Peter Mogga. Insbesondere, dass abgelehnt wird, die Auszubildenden zu übernehmen, ärgert die NGG. „Für die Azubis ist es unglaublich wichtig, dass sie eine Zukunft in ihren Betrieben haben“, sagt Klaus Netzer. „Uns ist das genauso wichtig, weshalb wir von dieser Forderung nicht abrücken werden.“

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