Aachen - Neuer Name, lange Tradition: Aus BKK ALP plus wird die Actimonda

Neuer Name, lange Tradition: Aus BKK ALP plus wird die Actimonda

Von: Hermann-Josef Delonge
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Ein architektonisches Schmucks
Ein architektonisches Schmuckstück: Actimonda-Vorstand Josef Alt in der neuen Hauptverwaltung in Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ist es auch Zufall, so passt es doch wunderbar zusammen: 1883 führte Bismarck die gesetzliche Krankenversicherung ein, ein Jahr später wurde in Stolberg die Fabrik-Krankenkasse William Prym ins Leben gerufen.

Just zu dieser Zeit entstand dort, wo heute die Hüttenstraße in Aachen beginnt, das Direktionsgebäude für das Stahlwerk „Aachener Hütten-Aktien-Verein Rothe Erde”, in dem einiges später dann die Uniroyal-Hauptverwaltung residierte. Morgen nun feiert der direkte Nachfolger der Fabrik-Krankenkasse Prym den Umzug seiner Hauptverwaltung in dieses Haus: die Actimonda Krankenkasse.

Der Name Actimonda ist noch frisch: Seit dem 1. September heißt die Betriebskrankenkasse so. Zuvor hieß sie BKK ALP plus, davor BKK Anker-Lynen-Prym, davor Fabrik-Krankenkasse William Prym. Die Namensänderungen hatten immer etwas mit Fusionen zu tun, die letzte - mit der BKK Pfeifer & Langen - griff zum 1. Januar 2012. Die Umbenennung war damals schon ins Auge gefasst worden und wurde nun mit dem Umzug der Hauptverwaltung von Stolberg nach Aachen umgesetzt.

Vor gut 20 Jahren gab es rund 30 Betriebskrankenkassen in der Region, jetzt sind es noch vier. „Mit abnehmender Tendenz”, wie es Actimonda -Vorstand Josef Alt umschreibt. Die Verwerfungen im Gesundheitssystem hinterlassen Spuren. Alt hat für die Actimonda die Parole „langsames, gesundes Wachstum” ausgegeben. Aus den rund 117 000 Versicherten sollen bald 120 000 werden, zu den zwölf Geschäftsstellen inklusive Hauptverwaltung mit insgesamt gut 200 Mitarbeitern sollen in den kommenden beiden Jahren zwei hinzukommen. „Qualität vor Quantität”, sagt Alt. „Unser Ziel ist es, uns als eigenständiger Anbieter vor allem im linksrheinischen Raum langfristig zu positionieren.”

Aber wie gewinnt man neue Kunden - bei einem gesetzlich festgelegten Einheitsbeitragssatz von 15,5 Prozent? „Wettbewerb unter den Kassen ist möglich”, stellt der Actimonda-Vorstand fest und nennt für seine Kasse drei Punkte: „Die umfassende Betreuung unserer Kunden in den Geschäftsstellen ausschließlich durch Fachpersonal, unser langfristiges Bollwerk gegen Zusatzbeiträge und das Paket an Zusatzleistungen, das wir unseren Kunden anbieten.” Alt ist so selbstbewusst zu konstatieren, dass die Bündelung an Leistungen „bundesweit einmalig” sei. „Wir investieren in Gesundheitsförderung statt Krankheitskosten zu verwalten. Das ist unser gesellschaftlicher Auftrag.”

Die notorische Diskussion über die Finanzlage der Kassen betrachtet Alt distanziert. Fast 13 Milliarden Euro haben sie bundesweit angehäuft, neun Milliarden im Gesundheitsfonds kommen hinzu. Eine gigantische Summe, die sich jedoch, sagt Alt, bei genauerem Hinsehen relativiere. „Wenn man bedenkt, dass die Kassen pro Monat 15 Milliarden ausgeben, ist das Polster schon gar nicht mehr so groß. Vor ein paar Jahren waren die Kassen noch gnadenlos überschuldet, und ich würde mich nicht wundern, wenn angesichts der abflauenden Konjunktur im zweiten Halbjahr 2013 schon wieder über Zusatzbeiträge diskutiert wird.” Die Actimonda selbst hat 2011 einen Überschuss von 6,5 Millionen Euro erwirtschaftet, bei einem Vermögen von 34,5 Millionen Euro. Statt Auszahlung von Prämien präferiert Alt die Ausweitung der Bonusleistungen und die Belohnung von gesundheitsbewusstem Verhalten. „Das ist auf jeden Fall nachhaltiger.”

Und der Zankapfel Praxisgebühr? Über eine Abschaffung könne man diskutieren, sagt Alt. Dann müsse aber auch ehrlich gesagt werden, wie das so entstehende Finanzloch gefüllt werden soll. Sein Wunsch an die Politik sieht anders aus: „Die Kassen sollten die Beitragssätze wieder frei bestimmen dürfen. Dies und ein Ausgleichssystem zwischen starken und schwachen Kassen: Beides ist durchaus vereinbar.”
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