Nachvollziehbar, konservativ: Gerade deshalb erfolgreich

Von: hjd
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Aachen. Mit einem Überschuss von 43,1 Millionen Euro rechnet die Sparkasse Aachen in ihrer Bilanz des abgelaufenen Jahres.

Grundlage ist vor allem ein dynamisches Kreditgeschäft und ein Wachstum der privaten Anlagen auf einem hohen Niveau, wie Vorstandschef Hubert Herpers und sein Stellvertreter Norbert Laufs bei der Bilanzpressekonferenz betonten. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 2,7 Prozent auf knapp 9,6 Milliarden Euro.

Die Sparkasse stellte ihren Kunden im vergangenen Jahr 1,1 Milliarden Euro an mittel- und langfristigen Krediten zur Verfügung, ein Plus von fünf Prozent gegenüber 2010. Allein die Darlehenssumme für mittelständische Unternehmen legte um 15 Prozent auf 482 Millionen zu, für private Kunden wurden 447 Millionen bereitgestellt. Darin enthalten sind 618 Millionen für Baufinanzierungen. Der gesamte Kreditbestand stieg um 4,6 Prozent auf 6,562 Milliarden Euro, wobei zunächst Darlehenstilgungen von 837 Millionen aufgefangen werden mussten. „Das Kreditgeschäft florierte wie seit zehn Jahren nicht mehr”, resümierte Laufs zufrieden. Er betonte, dass eine mögliche Kreditklemme durch den hohen Kapitalbedarf der Banken - die EU fordert eine Eigenkapitalquote von neun Prozent - für die Sparkasse Aachen auch im neuen Jahr kein Thema sein wird. Bei der Sparkasse beträgt die Kernkapitalquote satte 14,35 Prozent.

Die Einlagen privater Kunden wuchsen trotz eines „knallharten Preiswettbewerbs” um 1,5 Prozent auf 4,9 Milliarden, insgesamt gab es ein Minus bei den Einlagen um 0,4 Prozent auf knapp sieben Milliarden. Die „nachvollziehbare und eher konservative Geschäftspolitik” der Sparkasse bei Anlageentscheidungen werde honoriert, kommentierte Herpers. Bei den Lebensversicherungen und den Bausparverträgen gab es ein Minus gegenüber dem Vorjahr, bei der Immobilienvermittlung der eigenen Tochtergesellschaft S-Immo hingegen ein kräftiges Plus von 18,6 Prozent - Ausdruck der Tatsache, dass Anleger in unsicheren Zeiten lieber in Beton investieren.

Mit ihrer Ertragsstärke habe man die Position in der Spitzengruppe der rheinischen und auch deutschen Großsparkassen behaupten können, bilanzierte Herpers. Das operative Ergebnis erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 163 Millionen. Vom Überschuss sollen 14,2 Millionen an die Träger (Städteregion und Stadt Aachen) überwiesen werden. Die Cost-/Income-Ratio, also das Verhältnis von Aufwand und Ertrag, konnte abermals gesenkt werden - auf sehr gute 47,3 Prozent. Zum Stichtag 31. Dezember beschäftigte die Sparkasse 2046 Mitarbeiter.

Sichtlich erleichtert kommentierte Herpers den von der EU abgesegneten Restrukturierungsplan für das Sorgenkind der vergangenen Jahre, die WestLB. Die beabsichtigte Integration der geplanten Verbundbank in Eigentum der Sparkassen in die Hessische Landesbank sei positiv zu bewerten. Die Sparkasse Aachen erwarte aus der Abwicklung der WestLB keine neuen Belastungen - was der Niedergang der NRW-Landesbank sein Institut insgesamt gekostet habe, dazu wollte sich Herpers allerdings nicht äußern.
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