Mit „Alleinstellungsmerkmalen” in der Welt punkten

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Mit Gewerbeflächen ist die Aachener Region reich gesegnet. Gut 230 Areale zwischen Dahlem in der tiefen Eifel und Heinsberg, von Aachen bis Weilerswist in der Kölner Bucht, die mindestens einen Hektar groß sind, halten die Städte und Gemeinden für ansiedlungs- und expansionswillige Unternehmen in Reserve - groß genug, um für die Aufschwungphase nach der Krise gewappnet zu sein.

Der Katalog entspricht, wie Ulrich Schirowski von der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit), einräumt, eher „einem Gemischtwarenladen”.

Doch dazu gehört nach Angaben des für Regionalentwicklung verantwortlichen Geschäftsführers auch ein besonders herausgehobenes Angebot - sozusagen die „Glorreichen 13”. Dabei handelt es sich um eben 13 „Premium-Standorte” - potenzielle und bereits genutzte Firmensitze mit „herausragender Qualität”, wie in der Wirtschaftsförderung engagierten Fachleute einvernehmlich unterstreichen.

Sie besitzen eine „über die Region hinausreichende Ausstrahlung” und bieten Potenzial für überregionale und internationale Standortwerbung in den kommenden zehn Jahren”. „Mit diesen Pfunden”, sagt Schirowski, „können wir wuchern.”

Ein wirksames, effizientes und breit abgestimmtes gemeinsames Management des gesamten Flächenangebots in der Region hat sich die Agit mit den ihr eng verbundenen Partnern unter dem Signum „Dreizehn plus” auf die Fahnen geschrieben. Bereits seit 2002 pflegt sie ihr „Gewerbeflächen-Monitoring”. Was als vom Land unterstütztes Modellprojekt begann, ist seit sechs Jahren auf die gesamte Region übertragen.

Und was in den Verzeichnissen an Grundstücken notiert ist, wird kontinuierlich beobachtet, um aktuelle Entwicklungen - Ansiedlungen und Verkäufe - in den computergestützten Dateien verlässlich berücksichtigen zu können. Auch die Kommunen haben großes Interesse, ihre entsprechenden Planungen zeitnah an den Entwicklungen anzupassen.

Der Gewerbeflächenmarkt ist, so das Ergebnis jüngster Erhebungen, zu immerhin 70 Prozent lokal geprägt. Dabei geht es um die Erweiterung bestehender Firmen an ihrem jetzigen Standort, um Verlagerung wegen Expansionsplänen innerhalb der Stadt oder um die Gründung neuer Existenzen.

27 Prozent der Transaktionen betreffen außerregionale Neuansiedlungen - aus einer Entfernung von bis zu 50 Kilometern - oder innerregionale Verlagerungen von Unternehmen. Und lediglich knapp drei Prozent aller Akquisitionen kommen aus der Ferne, den Nachbarländern oder etwa aus den USA, China oder Kanada.

In Einzelgesprächen mit den Kommunen will die Agit Stärken weiterentwickeln und herausstellen, an Schwächen arbeiten, betont Bereichsleiter Ralf P. Meyer.

Ob Technologie, Logistik, Industrie oder Nachhaltigkeit wie Energiethemen: Mit „Alleinstellungsmerkmalen” und geschärftem Profil kann die Werbetrommel viel wirksamer gerührt werden. Wie zum Beispiel vom 8. bis 10. Juni gemeinsam mit der Parkstad Limburg auf der Immobilienmesse „Provada” in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam, wo die Agit präsent ist. Auch dabei sind profilspezifische Informationsmaterialien im Gepäck.

Und zur „Visualisierung” der Werbeangebote wird demnächst auch auf 3D-Animationen und Google-Earth-Datenmaterial gesetzt: Die Agit ist also ganz modern aufgestellt.

13 „Premium-Standorte” von Wegberg über Alsdorf bis Euskirchen

Die „Elite-Standorte” der Industrie- und Gewerbeparks in der Region Aachen von Nord nach Süd:

Wegberg-Oval, Heinsberg-Oberbruch, Erkelenz-Commerden (Gipco), Carl-Alexander-Park (CAP) in Baesweiler, Alsdorf (IGA), Rurbenden/Talbenden/Im großen Tal in Düren, Gewerbepark Aachener Kreuz in Würselen, der „European Science and Business Park” Avantis Aachen-Heerlen, Eschweiler (IGP), Eilendorf-Süd in Aachen, Stockheimer Landstraße/Tedrive in Düren, Weilerswist und „Am Silberberg” (Ipas) in Euskirchen.

Eine ausdrückliche „Nummer eins” wird in dieser „Hitliste” allerdings nicht festgeschrieben.

Die Auswahl richtete sich neben der vorhandenen Fläche etwa nach der vorhandenen Infrastruktur, etwa einem Autobahn- oder Schienenanschluss in der Nähe, den bereits etablierten „Besatz” - ob darunter auch „Global Player” sind, die ausgeprägten Branchenprofile - wie beispielsweise Automobiltechnik in Alsdorf und „Life Science” in Baesweiler.

Neben der im Konsens erwählten Spitzenliga gibt es eine „Zweite Liga” mit Standorten wie „Dornkaul” in Herzogenrath-Kohlscheid oder Pascalstraße in Aachen.

Als „weitgehend erschöpft” gilt - trotz des Premiumstatus - das Aachener Kreuz. Allerdings naht bereits Ersatz mit dem Areal am Flugplatz in Würselen-Merzbrück.
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