Aachen - Mehr Zuversicht bei Firmen in der Region

Mehr Zuversicht bei Firmen in der Region

Von: Ulrich Kölsch
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Weltweit aktiv: Wie viele andere Maschinenbau-Unternehmen in der Region Aachen ist auch die Aker Wirth GmbH in Erkelenz stark vom Export Foto: Aker Wirth

Aachen. Die Wirtschaft in der Region Aachen befindet sich in einer Aufschwungphase, die sich fortsetzen wird. Dieses Resümee ergibt sich aus der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

Bei den Unternehmen im Kammerbezirk ist gegenüber der letzten Umfrage im Herbst deutlich mehr Zuversicht eingezogen: die Mehrheit bezeichnet die aktuelle Geschäftslage als gut und auch die Geschäftserwartungen werden überwiegend positiv beurteilt. Auch kommt der für die regionale Wirtschaft wichtige Export - das Auslandsgeschäft hatte 2009 immerhin einen Umsatzanteil von 43 Prozent - wieder auf Touren: vor allem die Industrie erwartet in den nächsten Monaten wieder steigend Exporterlöse.

„Wir stellen fest, dass viele Wirtschaftszweige das Tal der Krise durchschritten haben und mit Mut und Zuversicht in das neue Jahr starten”, kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes. Es sei aber noch zu früh, von einer neuen Boom-Phase zu sprechen. „Dafür war die Krise doch zu tiefgreifend.”

In der Industrie der Region meldet jedes vierte Unternehmen eine gute Geschäftslage, jeder fünfte Betriebe beklagt eine schlechte wirtschaftliche Situation. Auch die Auftragslage hat sich verbessert. Die durchschnittliche Produktionsauslastung stieg gegenüber der Herbstumfrage von 72 auf 74 Prozent. „Damit sind wir nur noch vier bis fünf Punkte von einer normalen Kapazitätsauslastung entfernt”, meinte Drewes. Allerdings meldeten zwei von drei Befragten, dass sich in den letzten sechs Monaten die Umsätze verringert haben und eine Mehrheit klagt über eine verschlechterte Ertragslage.

Die verbesserte Stimmung bei den Unternehmen dürfte sich aber in den nächsten Monate nicht auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Der Umfrage zufolge will nur jedes zehnte Unternehmen seinen Personalbestand aufstocken, dagegen plant jede vierte Firma eine personelle Verringerung. „Für den Arbeitsmarkt hängt viel davon ab, wie sich die Binnennachfrage entwickelt”, betonte Drewes. Bisher habe sich die Arbeitslosenquote binnen eines Jahres vor allem wegen der Kurzarbeiterregelung deutlich geringer erhöht als erwartet. „Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung machen sich die Unternehmen auch Gedanken über ihren künftigen Personalbedarf. Wer heute gute Fachkräfte entlässt, wird sie später nicht mehr finden.”

In einer Sonderauswertung befasst sich die Umfrage mit dem Thema Finanzierung der Unternehmen und kommt zu dem Ergebnis, dass von einer „Kreditklemme” keine Rede sein kann. Durch die Verschärfung der Finanzierungskonditionen gebe es jedoch eine „gefühlte” Kreditklemme. Nur zwei Prozent der Unternehmen berichteten, dass Kredite nicht verlängert bzw. abgelehnt wurden. Jeder vierte Befragte klagte über eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen. Bei über 37 Prozent der befragten Unternehmen haben sich die Liquiditätsreserven verringert, bei sechs Prozent sind sie bereits knapp. Gleichzeitig konnten der Umfrage zufolge ein Fünftel der Befragten die Liquidität verbessern.

Für die Dienstleistungsunternehmen hat sich die Situation gegen über der zurückliegenden Umfrage leicht verschlechtert, ist aber weiterhin positiv. Fast jeder dritte Befragte bezeichnet seine gegenwärtige Geschäftslage als gut, jeder fünfte als schlecht. Auch die Ertragslage wird überwiegend positiv eingeschätzt.

Die Geschäftssituation im Handel hat sich geringfügig verschlechtert, ist aber immer noch überwiegend positiv. 29 Prozent aller befragten Unternehmen melden eine gute Lage, 27 Prozent je- doch auch eine schlechte Geschäftssituation.
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