Mehr Armut in NRW: Geringqualifizierte stark betroffen

Von: dpa
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Düsseldorf. Die Zahl der von Armut betroffenen oder bedrohten Menschen in Nordrhein-Westfalen ist gestiegen. 2010 lag die Armutsgefährdungsquote im bevölkerungsreichsten Bundesland bei 15,4 Prozent - 2005 waren es noch 14,4 Prozent.

Fast jeder sechste der rund 18 Millionen Einwohner ist damit betroffen. NRW liegt im Bundesländervergleich im Mittelfeld. Das teilten das Statistische Bundesamt und das Statistische Landesamt IT.NRW am Donnerstag in Wiesbaden und Düsseldorf mit.

Nach Definition der Statistiker gilt als armutsgefährdet, wer von weniger als 826 Euro im Monat leben muss. Bei Familien mit zwei Kindern beginnt Armut bei 1735 Euro. Nach einer Festlegung der Europäischen Union sind Menschen armutsgefährdet, wenn sie mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen.

Die Armutsgefährdung in NRW hängt stark von der Qualifikation desjenigen ab, der im Haushalt das höchste Einkommen bezieht. Mehr als ein Drittel (36,2 Prozent) der Menschen aus Haushalten von Geringqualifizierten waren 2010 von relativer Einkommensarmut betroffen. Das war ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2005 mit damals knapp 32 Prozent. Bei Haushalten mit einem hochqualifizierten Hauptverdiener sind dagegen laut IT.NRW weniger als vier Prozent von Armut betroffen, bei mittlerer Qualifikation rund zwölf Prozent.

Außerdem ist auffällig: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind in NRW überdurchschnittlich stark betroffen. Mit knapp 20 Prozent lebt jeder fünfte Minderjährige in Armut oder ist von ihr bedroht. Haushalte von Alleinerziehenden haben mit 38,8 Prozent nach wie vor ein besonders hohes Armutsrisiko.

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