Marmelade wird teurer: Grund ist schlechte Ernte

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Ein Mitarbeiterin des Nahrungsmittelherstellers Zentis kontrolliert in einem Kochkessel die Qualität der Marmeladenherstellung. Foto: dpa

Aachen. Marmelade wird teurer. Wegen hoher Zucker- und Obstpreise kündigen die Marktführer bei Konfitüre, Schwartau und Zentis, Preissteigerungen zum Herbst an.

Nach schwerwiegenden Ernteausfällen durch extreme Wetterlagen weltweit seien die Einkaufspreise für Früchte auf historische Werte gestiegen, teilte der Aachener Hersteller Zentis am Freitag mit. Der Effekt werde durch explodierte Zuckerpreise verstärkt.

„Wir rechnen mit einer Preissteigerung zwischen 12 und 15 Prozent”, sagte Zentis-Geschäftsführer Karl-Heinz Johnen. Die Fruchtpreise seien teilweise so hoch, dass Zentis bisher nur zwei Drittel seines Bedarfs im Einkauf gedeckt habe. „Wir haben uns geweigert, die Preise zu akzeptieren”, sagte Johnen. Das Unternehmen werde sukzessive über weitere Einkäufe entscheiden.

Die Früchte seien im Schnitt 20 Prozent teurer als im vergangenen Jahr. Später Frost, Regen und Hagel während der Blüte und die extreme Trockenheit im Frühjahr hätten massive Ernteausfälle zur Folge. „Das hat zu einer Situation geführt, die wir in unserer Unternehmensgeschichte so noch nicht erlebt haben”, sagte Johnen. Der Ertrag von Erdbeeren, Aprikosen und Kirschen sei bis zu 50 Prozent eingebrochen. Allein die Einkaufspreise für Erdbeeren, der wichtigsten Konfitürenfrucht, seien um 70 Prozent gestiegen.

Auch Schwartau im schleswig-holsteinischen Bad Schwartau sprach von „dramatischen Entwicklungen im gesamten Frucht- und Rohstoffbereich”. Es drohe eine weitere Verknappung durch die steigende Früchte-Nachfrage insbesondere im asiatischen Raum. Trotz der ungünstigen Marktsituation habe das Unternehmen seinen Bedarf so gut wie gedeckt: „Wir haben frühzeitig reagiert und konnten den Bedarf, allerdings zu höheren Preisen, weitestgehend decken”, stellte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Markus Lenke, fest. Schwartau kündigte Preissteigerungen von bis zu zehn Prozent an.

Zentis produziert aus 60 Prozent der eingekauften Früchte Konfitüre und aus 40 Prozent Fruchtzubereitungen für die Milch- und Backwarenindustrie. Da Deutschland bei Früchten auf den Frischmarkt spezialisiert sei, kauft Zentis nach eigenen Angaben den Großteil seiner gefrorenen Ware in Osteuropa ein.

Nach dem aktuellen Mangel will der Aachener Produzent Impulse zur Vergrößerung von Anbauflächen geben. Dazu werde es den Genossenschaften Hilfen bei der Finanzierung von Saatgut und von Frostern anbieten, kündigte Zentis an. „Wenn die Preise wieder fallen, werden wir das natürlich an den Verbraucher weitergeben.”
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