FuPa Freisteller Logo

Macrons Etappensieg treibt Dax auf Rekordstand

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
DAX-Logo
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main. Die Hoffnung auf einen europafreundlichen französischen Präsidenten hat am Montag die Aktienmärkte stark angetrieben. Der Dax schaffte es nach dem ersten Wahlgang in Frankreich und dem Erfolg von Emmanuel Macron erstmals über 12 400 Punkte.

Am Ende ging der Leitindex mit einem kräftigen Aufschlag von 3,37 Prozent bei 12 454,98 Punkten aus dem Handel. Seinen Rekord hatte er in den Schlussminuten bei 12 456 Punkten erreicht.

Auch die mittelgroßen Werte im MDax erreichten eine neue Bestmarke: Mit plus 2,53 Prozent auf 24 593,03 Zähler schloss ihr Index auf seinem bisher höchsten Niveau. Der TecDax begab sich immerhin auf den höchsten Stand seit 2001. Der Technologiewerte-Index schloss mit 2,35 Prozent im Plus bei 2063,87 Zählern.

Laut dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, können die Märkte nun erst einmal aufatmen. „Mit Emmanuel Macron steht der führende Kandidat für Wirtschaftsreformen und ein starkes Europa”, erklärte er. Eine weitere wichtige Hürde zur Beendigung der Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa sei damit genommen.

Anleihe-Experte Dirk Gojny von der National-Bank in Essen sprach von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, dass Macron in der Stichwahl am 7. Mai siegt. Viele Investoren sahen dies ähnlich und wechselten aus sicheren Anlageformen wie etwa dem japanischen Yen oder Gold zurück in risikoreichere Anlagen wie Aktien.

Favoriten der Anleger in Europa waren die Anteilscheine von Banken und anderen Finanzdienstleistern, die laut Goldman Sachs besonders vom Sieg des EU-Befürworters Macron profitieren dürften. Commerzbank-Aktien schossen am Ende um 9,41 Prozent hoch und erreichten den höchsten Stand seit Januar 2016. Die Aktien der Deutschen Bank gewannen ebenfalls mehr als 9 Prozent hinzu. Den Finanzwerten kam dabei auch die Aussicht auf eine weniger strenge Regulierung in den USA zugute, wo Präsident Donald Trump zuletzt weitere Schritte zum möglichen Regelabbau im Finanzsektor einleitete.

Die als defensiv geltenden Immobilienwerte zählten dagegen zu den rar gesäten Verlierern. Vonovia-Papiere waren am Dax-Ende mit einem Minus von 0,37 Prozent allein auf weiter Flur. Aktien der Deutsche Wohnen fielen im MDax um etwas mehr als ein halbes Prozent. Unter den Technologiewerten stiegen die Titel des Labor- und Pharmazulieferers Sartorius nach der Vorlage von Quartalszahlen um rund 4 Prozent und erreichten oberhalb von 84 Euro ein Rekordhoch.

Ähnlich wie beim Dax war die Zuversicht weltweit spürbar. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um rund 4 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit August 2015. Der französische CAC-40 gewann ähnlich viel und erreichte im Tagesverlauf seinen höchsten Stand seit 2008. Der Londoner FTSE 100 stieg um gut 2 Prozent. In New York lag der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mit mehr als 1 Prozent im Plus.

Der Kurs des Euro sprang zeitweise bis auf 1,0912 US-Dollar und damit auf das höchste Niveau seit Anfang November, verlor dann aber mit zuletzt 1,0853 Dollar etwas an Schwung. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0848 (Freitag: 1,0698) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9218 (0,9348) Euro.

Die als „sichere Häfen” geltenden deutschen Staatsanleihen dagegen litten unter der erhöhten Risikobereitschaft. Der Bund Future büßte 0,62 Prozent auf 161,49 Punkte ein. Der Rentenindex Rex sank um 0,57 Prozent auf 141,64 Punkte. Die Umlaufrendite am Rentenmarkt stieg derweil von 0,03 Prozent am Freitag auf 0,14 Prozent.

Die Homepage wurde aktualisiert