Kurzarbeit hält den Arbeitsmarkt im Griff

Von: Kö/dpa
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Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Region Aachen. Grafik: zva

Aachen/Düren. Unterschiedliche Entwicklungen zeichnen sich auf den beiden Arbeitsmärkten in der Region Aachen im Juli ab. Während die Dürener Agentur für Arbeit einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit um ein Prozent auf 11.274 Personen meldet, ergab sich bei der Aachener Agentur ein Rückgang um 229 auf 37.853 Personen.

Die Arbeitslosenquote blieb in beiden Bezirken mit 8,5 und 9,5 Prozent unverändert.

Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich im Bezirk Düren die Arbeitslosigkeit um 1016 und im Bezirk Aachen um 1710 Personen.

Ohne das Instrument der Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit in beiden Bezirken bedeutend höher. Im Raum Aachen wurde die Spitze der Kurzarbeit im April erreicht, aber auch im Juli verlief sie auf hohem Niveau. Für Juli geht die Agentur für Arbeit von 140 Anmeldungen von Kurzarbeit für rund 1420 Personen aus.

Von einer rückläufigen Kurzarbeit in ihrem Bezirk spricht die Agentur für Arbeit Düren. Nach ersten Erkenntnissen haben sich die Anzeigen für Kurzarbeit im Juli gegenüber dem Vormonat mehr als halbiert. Es kam zu 25 Anzeigen für 693 Arbeitnehmer. Im Vormonat zeigten noch 56 Betriebe für 1685 Arbeitnehmer Kurzarbeit an.

Eine positive Entwicklung zeichnet sich bei den offenen Stellen ab. Gegenüber Juni wurden mit 58.949 Stellen mehr zur Besetzung gemeldet. Gegenüber Juli 2008 gab es 500 Stellen weniger. Seit Jahresbeginn sind 2188 Stellenangebote bei der Agentur in Düren eingegangen - ein Rückgang um ein Fünftel gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch im Bezirk Aachen hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften im Juli erhöht - um 103 auf 4772. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der gemeldeten Stellen allerdings um 29 Prozent gesunken.

Saisongemäß ist die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen im Juli um 426 auf 4923 Personen gestiegen. Das führt die Aachener Agentur zum Teil auf den Übergang von der Schule zur Ausbildung zurück.

Zum dritten Mal in Folge ist im Bereich der Agentur für Arbeit Düren die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre geringfügig zurückgegangen. Im Berichtsmonat waren im Agenturbezirk 2595 Ältere arbeitslos gemeldet. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat einen Rückgang um 56 Personen oder um zwei Prozent.

Im Unterschied zur Entwicklung in der Region ist die Zahl der Arbeitslosen in Nordrhein-Westfalen im Juli auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen. Sie kletterte im Vergleich zum Vormonat um 2,3 Prozent auf 830085. Die Arbeitslosenquote ging von 9 Prozent im Juni auf 9,2 Prozent im Juli nach oben, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf mitteilte. Im Vergleich zum Juli 2008 liegt die Arbeitslosenzahl um gut acht Prozent höher. Die Kurzarbeit dämpfe weiterhin die Auswirkungen der Rezession, hieß es weiter.

In den neun Monaten von Oktober 2008 bis Juni 2009 meldeten den Angaben zufolge 23.670 Betriebe Kurzarbeit aus konjunkturellen Gründen für 627.780 Beschäftigte an. Die Anmeldungen von Kurzarbeit hätten im Juli nachgelassen.

Rein rechnerisch entfielen in NRW 90 Prozent des Anstiegs von Juni auf Juli auf jüngere Arbeitslose. 101.520 Erwerbslose seien unter 25 Jahre, dies sei ein Fünftel mehr als im Juni. Den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli wertete auch Herbert Tritscher, Geschäftsführer Arbeitslosenversicherung der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, als „angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung moderat und saisontypisch”.

Die Zahl der älteren Arbeitslosen sei im Juli weiter zurückgegangen. Mit 200.270 Erwerbslosen zwischen 50 und 65 Jahren seien rund 2000 weniger gezählt worden als im Juni.
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