Aachen - Kooperation ganz unten an der Basis

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Kooperation ganz unten an der Basis

Von: Berthold Strauch
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Aachen. Europa wächst an der Basis - eine Erkenntnis, die gerade in der grenznahen Region in direkter Nachbarschaft zu den Niederlanden und Belgien verstanden und gelebt wird. Und so soll Europa von unten einen kräftigen neuen belebenden Schub erhalten.

Der zusammenhängende Lebensraum im Dreiländereck soll in Form der „Arbeitsgemeinschaft Charlemagne” eine Plattform erhalten, mit der die Chancen und Möglichkeiten in direkter Nachbarschaft besser genutzt werden können.

Auftakt am Freitag im Super C

Verantwortliche und Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft aus dem Grenzraum wollen sich am Freitagnachmittag im Super C an der RWTH Aachen treffen, um in einer trinationalen Gesprächsrunde insbesondere über künftige Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu diskutieren. Mit von der Partie sind hochrangige Vertreter der Stadt Aachen, der Städteregion, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Parkstad Limburg sowie gleichfalls aus den niederländischen Kommunen Heerlen und Vaals.

Vorrangiges Ziel der Charlemagne-Runde ist die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Wirtschaftsraums. Was sich noch relativ theoretisch anhört, soll sich schon bald zu greibarem Nutzen für die Bürger entwickeln, sagt Thomas König aus der Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Städteregion. Denn eines der vorrangigen Ziele soll eine Verbesserung des grenzüberschreitenden öffentlichen Personennahverkehrs werden. Die Fahrpläne von Bus- und Schienenverbindungen sollen möglichst optimal aufeinander abgestimmt werden. Durchgängig nutzbare Tickets gehören dazu.

Persönlicher Nutzen soll auch aus eine Zusammenführung trinationaler Job-Plattformen geschöpft werden. Zu diesem Aufgabenfeld gehört gleichfalls ein Ausbau von Kursen zur Verbesserung der Sprachkompetenz, die es erleichtern, jenseits der Grenzen einen Arbeitsplatz zu finden. Außerdem stehen Ausbildungsverbünde auf der Tagesordnung. Auch an eine Ausweitung der städteregionalen „Familienkarte” über die Grenzen hinweg, ebenso die Möglichkeit der Nutzung von Handwerker-Parkausweisen auch für ausländische Firmen zählen zu den Überlegungen.

Zwar gebe es bereits Institutionen, die sich um eine Verbesserung der Zusammenarbeit bemühen, verweist Peter Sellung aus dem Büro von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp etwa auf die Euregio Maas-Rhein. Doch die neue Initiative solle sich stärker „dem Tagesgeschäft widmen”, sozusagen dem „kleinen Grenzverkehr”, statt die „großen Linien” zu beschreiben. Dabei erwähnt er etwa die Abstimmung über das Straßenbauprojekt B 258 n, das bislang noch diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze nebeneinander behandelt werde.

Zu den weiteren Infrastrukturmaßnahmen gehört die Entwicklung des Hochschul-Erweiterungsgeländes Campus, wofür es auch Anregungen gibt, notwendige Wohnangebote für die künftigen Mitarbeiter im nahen Vaals anzubieten. Doppelarbeit und gegenseitige Konkurrenz unter den etablierten Institutionen sollen vermieden werden, sichern die Verfechter der AG Charlemagne zu - und wollen damit die duchaus vorhandenen Skeptiker in den Reihen der Politik - zuletzt im Aachener Stadtrat, der die AG „zur Kenntnis” nahm - beruhigen. Parlamentsvertreter sollen - gerade bei der Auftaktveranstaltung im Super C - intensiv eingebunden werden.

Nach der Konstituierung der Arbeitsgemeinschaft soll die eigentliche Aufgabenfindung vorangetrieben werden, wobei ein erster Katalog bereits gemeinsame Ziele wie Auftritte bei Immobilienmessen fest im Kalender vermerkt. Ein Antrag an die EU, der die enge Kooperation entlang der Staatsgrenzen ein wichtiges Anliegen ist, über einen zu erarbeitenden Entwicklungsplan wird gerade vorbereitet.
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