Kommt Cemecon zurück in die Hände des Gründers?

Von: Berthold Strauch
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Würselen. Aus der Traum? Es scheint so - aus Sicht des Betriebsrats und der IG Metall: Der am 9. November von der Gläubigerversammlung beschlossene Verkauf des insolventen Würselener High-Tech-Unternehmens Cemecon an ein internationales Finanz-Konsortium droht zu platzen.

Holger Voskuhl, Sprecher des Aachener Insolvenzverwalters Thomas Georg, wollte noch nicht von einem Scheitern ausgehen. Bis 15. Dezember hätten die Interessenten Zeit, die laut Exklusivvertrag vereinbarte Teilsumme von 300.000 Euro zu zahlen. „Es laufen noch Gespräche”, sagte er.

Nicole Knopp-Umschlag, die Betriebsratsvorsitzende von Cemecon, und ihr Kollege Jürgen Balzereit sind indes skeptisch, dass die Übernahme durch die drei Finanzinvestoren 1C Group AG aus Zug in der Schweiz, H.I.G. European Capital Partners aus Hamburg und Enalog Ventures GmbH aus Wien sowie den bisherigen Mitbewerber Eifeler Werkzeug GmbH Düsseldorf noch zustande kommt.

Von der Käuferseite war keine Stellungnahme zu erhalten. Nach Kenntnis der Mitarbeitervertreter hätten sich die vier Konsortialpartner nicht einigen können. Scheitern diese Pläne, müsste Rechtsanwalt Georg Alternativen suchen. Dann geht es wohl um ein „Insolvenzplanverfahren”.

Dabei würden die verbliebenen rund 130 Cemecon-Mitarbeiter weitermachen - die Auftragslage sei gut, Überstunden würden gefahren, heißt es. Als Investor könnte dann auch der Gründer und bisherige Eigentümer Antonius Leyendecker wieder die Chefrolle übernehmen. Im Bieterverfahren habe er das zweithöchste Angebot abgegeben.

Derweil steht das Unternehmen weiter im Visier der Staatsanwaltschaft Aachen. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, betonte Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage. Es geht um den Verdacht von Manipulationen im Zusammenhang mit der Kurzarbeit bei Cemecon.
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