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Kolloquium „Fahrzeug- und Motorentechnik” mit mehr als 1800 Teilnehmern

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Forschung aus Aachen: Daimler-
Forschung aus Aachen: Daimler-Chef Dieter Zetsche (l.) mit Prof. Lutz Eckstein, Leiter des RWTH-Instituts für Kraftfahrzeuge, am Spantenmodell des Konzepts SpeedE. Zetsche stellte die Vernetzung als eine der Herausforderungen für die Mobilität der Zukunft heraus. Foto: fka/Loechel

Aachen. Mit mehr als 1800 Teilnehmern war das 21. Kolloquium „Fahrzeug- und Motorentechnik” im Aachener Eurogress ausgebucht. Gut 100 hochkarätige Fachvorträge gewährten einen hochspannenden Blick in die Zukunft.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) betonte die Bedeutung der Automobilindustrie nicht nur für das Land und bezeichnete sie als einen Eckpfeiler der europäischen Wirtschaft, den es auszubauen gelte. Die Politik müsse durch Förderung und geeignete Rahmenbedingungen den raschen Transfer von innovativen Ideen in erfolgreiche Produkte unterstützen.

Ulrich Eichhorn, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), verdeutlichte anhand von Daten des Bundesumweltministeriums, dass mit modernen Kraftfahrzeugen die Emissionen des Straßenverkehrs gemessen an anderen alltäglichen Quellen immer mehr in den Hintergrund rücken. Auch Ron Borsboom vom DAF-Vorstand unterstrich, dass nach Einführung der Euro-6-Abgasnorm die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs oberste Priorität haben müsse, und schloss eine Hybridisierung schwerer Nutzfahrzeuge nicht aus. Paul Mascarenas, der die Forschung von Ford weltweit leitet, mahnte zur industrieübergreifenden Zusammenarbeit, um einen globalen „Gridlock” zu vermeiden, das heißt ein Blockieren der Verkehrsinfrastruktur aufgrund von Überlastung.

In der Fachausstellung waren nicht nur zahlreiche Innovationen bei Verbrennungsmotoren zu begutachten, sondern auch erste Ergebnisse großer öffentlicher Projekte zur Elektromobilität. In dem gemeinsamen Projekt „E-Performance” von Audi, AEV, RWTH und Bosch Engineering ist - gefördert durch das Bundesforschungsministerium - ein hochinnovativer Baukasten für Elektrofahrzeuge entstanden, der am Beispiel eines Audi R8 ausgestellt wird. Eine im Crash deformierbare Batterie, eine extrem kompakte Elektromaschine mit integriertem Differential und eine modulare Elektrik/Elektronik-Architektur sind nur drei der vielen Innovationen, die das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH gemeinsam mit den elektrotechnischen Instituten ISEA und IEM konzipiert und prototypisch realisiert hat.

Forschungsprojekt SpeedE

Am Stand der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka) kann man noch weiter in die Zukunft blicken. In einem Spantenmodell des Forschungsfahrzeugs SpeedE kann man das Potenzial eines innovativen Lenksystems erleben, welches erst durch den elektrischen Einzelradantrieb der Hinterräder möglich wird: Die Vorderräder können doppelt so stark eingeschlagen werden, so dass das Fahrzeug um das kurveninnere Hinterrad wenden kann. Damit reduziert sich nicht nur der Wendekreis erheblich, sondern es können auch vielfältige Assistenzfunktionen dargestellt werden. Gesteuert wird das Fahrzeug mit futuristisch anmutenden „Sidesticks”, wie sie heute schon in modernen Flugzeugen eingesetzt werden. Auch dort haben mit der zunehmenden Automatisierung der Flugzeugführung joystickähnliche Handstellteile die lenkradähnlichen Steuerhörner abgelöst, um mehr Platz für bessere Anzeigen und den Piloten selbst zu schaffen.

Letztlich geht es bei diesem Exponat wie auch in vielen Fachvorträgen um die Frage, wie mit elek-trisch angetriebenen Fahrzeugkonzepten ein Kundennutzen dargestellt werden kann, der heutige und zukünftige Generationen von Autofahrern zu einem Umstieg bewegt. Denn die Elektromobilität ist mit ihren vielfältigen Antriebskonzepten längst ein fester und notwendiger Bestandteil der Produkt-Roadmaps global agierender Automobilhersteller geworden, um die ambitionierten CO2-Ziele im Jahr 2020 zu erreichen.
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