Köln - Kölner Toyota-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

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Kölner Toyota-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Von: Petra Albers, dpa
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Toyota steigt aus der Formel 1 aus
Mitarbeiter von Toyota Motorsport, der deutschen Formel-1-Zentrale, unterhalten sich vor dem Tor ihres Arbeitgebers in Köln-Marsdorf. Toyota steigt aus der Formel 1 aus. Betroffen von der Entscheidung der Konzernführung sind geschätzte 650 Mitarbeiter. Foto: dpa

Köln. Die Gesichter der Toyota-Motorsport-Mitarbeiter in Köln passen zu dem trüben Wetter. Die meisten huschen am Mittwoch mit ernsten Minen durchs Werkstor, wollen sich nicht äußern zur Ankündigung des Rennstalls, aus der Formel 1 auszusteigen. „Wir sind von der Nachricht total überrascht worden”, sagt ein junger Mann.

Rund 650 Menschen sind im Formel-1-Werk von Toyota in Köln- Marsdorf beschäftigt - wie viele von ihnen demnächst ihren Arbeitsplatz verlieren werden, ist noch unklar.

Zwar versichert Präsident John Howett dem Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) in einem Telefonat, das Unternehmen wolle an Köln als Motorsport-Standort festhalten. Der Vorstand werde in den nächsten Wochen entscheiden, welche Abteilungen weiter betrieben werden und ob vielleicht andere Entwicklungsbereiche in Köln angesiedelt werden. Doch die Sorge unter den Mitarbeitern ist groß. Die Stimmung sei gedrückt, sagt einer. „Keiner weiß, wie es weitergeht.” Dass eine Umstrukturierung zahlreiche Arbeitsplätze kosten wird, gilt als sicher.

Einer der Mitarbeiter in roter Toyota-Jacke, der eigentlich nicht reden will, redet dann doch ein bisschen. „Man spricht von 150 Mitarbeitern, die bleiben dürfen”, sagt er. Es gebe bereits einen Sozialplan, das sei den Beschäftigten mitgeteilt worden. Bei einer Versammlung am Mittwochmorgen hat das Management sie über den Formel- 1-Ausstieg informiert. „Ich habe so was schon fast befürchtet”, sagt der Mann. „Schließlich haben wir in den letzten Monaten keine neuen Fahrer mehr verpflichtet, das war schon seltsam.”

Vor 30 Jahren zog das europäische Toyota-Team von Brüssel nach Köln und baute dort zunächst noch Rallye-Fahrzeuge. Als das japanische Unternehmen 1999 beschloss, in die Formel 1 einzusteigen, wurde die Mannschaft kräftig aufgestockt. Die heute 650 Mitarbeiter - viele von ihnen Ingenieure, Mechaniker und andere Spezialisten - kommen aus 30 verschiedenen Ländern. Sie sind für die komplette Entwicklung und die Produktion der Rennwagen zuständig.

„Wir sind das einzige Team außer Ferrari, das Chassis und Motoren baut”, sagt Firmensprecherin Fernanda Villas-Boas stolz, aber mit traurigem Blick. „Darum sind wir auch immer davon ausgegangen, dass alles hier bleibt.” Zwar brodelte schon vor einiger Zeit die Gerüchteküche über einen möglichen Formel 1-Ausstieg, „aber wir haben da nichts drauf gegeben”. Schließlich hatte Toyota sich noch im Sommer verpflichtet, bis 2012 dabei zu bleiben. Wie nun die Zukunft aussieht, das wüssten wohl nur die Chefs in Japan, meint sie. „Wir können jetzt einfach nur abwarten.”
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