Keine Erholung in NRW-Bauwirtschaft in Sicht

Von: dpa
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Düsseldorf. Für die nordrhein-westfälische Bauindustrie und das Bauhandwerk sind die staatlichen Konjunkturprogramme bislang praktisch ohne Wirkung geblieben.

Auch wenn jetzt ein paar Aufträge im öffentlichen Bau hereingekommen seien, verzeichnete die Branche im ersten Halbjahr über alle Sparten beim Auftragseingang ein Minus von 16 Prozent, sagte der Chefvolkswirt des Bauindustrieverbandes NRW, Jürgen Michel, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Umsatz lag bei 5,7 Milliarden Euro, ein Rückgang von gut 13 Prozent.

Vor allem „der Wirtschaftsbau, und darunter der Hochbau, sieht mit Einbußen von 39 Prozent sehr schlecht aus”, sagte er. Dabei sei die Sparte mit einem Produktionsanteil von mehr als 40 Prozent das wichtigste Standbein der Branche. Ein Auftragsplus verzeichneten zur Jahresmitte nur der öffentliche Hochbau (6,3 Prozent) und der Wohnungsbau (1,7 Prozent).

Auch bei den nordrhein-westfälischen baugewerblichen Verbänden, die das Bauhandwerk vertreten, sind die staatlichen Programme bislang nicht angekommen oder verpufft. „Es ist nicht das, was wir uns erhofft haben. Die derzeitige Lag ist sehr mau”, sagte Sprecher Ulrich Clermont. Allerdings rechnet der Verband damit, dass sich zum Jahresende die Auftragslage durch das Konjunkturpaket verbessern wird. Vor allem Planungsverzögerungen bei den Kommunen seien dafür verantwortlich, dass die Anschubwirkung ausgeblieben sei.

Man dürfe nicht nur auf das Konjunkturprogramm hoffen, sagte Michel von der NRW-Bauindustrie weiter. Zumal der öffentliche Bausektor in der Branche nur eine untergeordnete Rolle spiele. Die staatlichen Mittel seien oft „kleinteilige Maßnahmen”, die für größere mittelständische Betriebe nicht interessant seien. Michel: „Bislang wartet der Mittelstand noch auf den Durchbruch”.

Nach der steilen Talfahrt im ersten Halbjahr rechnet der Verband in der zweiten Jahreshälfte aber mit Aufwind und einer besseren Wirtschaftslage. Zur Jahresmitte 2009 beschäftigten rund 11.000 Betriebe des NRW-Bauhauptgewerbes etwa 112.000 Menschen, darunter 6500 Auszubildende.

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