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Kaiserplatz, Campus, Vogelsang: Die Region auf der Messe Expo Real

Von: Robert Esser
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Werbetour für die Region: Her
Werbetour für die Region: Hermann Brandstetter, Geschäftsführer der Campus GmbH, IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes, Maike Schlick und Antje Gerbens von der Campus GmbH, NRW-Staatssekretär Gunther Adler und IHK-Präsident Bert Wirtz (v.l.) bei der Expo Real. Foto: Gerhard Blank

München/Aachen. Wenn Zehntausende Männer uniform in schwarzen Anzügen und nur eine Handvoll Damen im Kostüm Richtung Messe marschieren, ist Expo Real in München. Europas größte Gewerbeimmobilienmesse mit fast 1700 Ausstellern aus aller Welt und knapp 40.000 Fachbesuchern folgt drei Tage lang eigenen Gesetzen.

Es geht um zig Milliarden Euro - auch und gerade in Zeiten der Finanzkrise. Da buhlt Moskau auf einem Stand, so groß wie zwei Handballfelder inklusive 15 Meter breitem Flatscreen, um Investoren für eine neue Satellitenstadt. Und nebenan erregt tatsächlich die hiesige Region auf einem kleinen, aber feinen Stand unter dem Logo „aachen1a” und der Federführung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aufmerksamkeit.

Die neuen Investoren der Kaiserplatz-Galerie in Aachen teilen der Branche in München am Dienstag mit, die Baugrube für das 30.000 Quadratmeter große und 290 Millionen Euro teure Einkaufszentrum an der Adalbertstraße werde nach jahrelangen Verzögerungen definitiv im Sommer 2013 ausgehoben - Eröffnung der 130 Geschäfte spätestens im Frühjahr 2016.

Nicht nur das macht der gebeutelten Branche Mut. Für IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes ist die Expo Real nicht nur eine einmalige Chance, Investoren für die Projekte der Städteregion Aachen, Heinsberg, Düren und Euskirchen zu begeistern: „Sie ist auch eine Drehscheibe für unsere Netzwerker. Hier lernt man sich kennen oder trifft sich wieder.” Die Euregio Rhein-Maas sei eine der wenigen Regionen, der ein Gemeinschaftsstand auf der Messe gelungen sei - mit 27 Unternehmen sowie Institutionen und fast 90 Immobilienexperten.

Auch Gunther Adler, NRW-Staatssekretär für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, zeigte sich bei seinem Besuch am Stand von der Region begeistert: „Das sind großartige, spannende Projekte, denen man Unterstützung wünscht.” Im Mittelpunkt steht wiederum der RWTH-Campus. 800.000 Quadratmeter für Wissenschaft und Industrie, zwei Milliarden Euro Investitionsvolumen.

Hermann Brandstetter, Geschäftsführer der Campus GmbH: „Mit dem Campus-Projekt hätte es auch etwas schneller vorangehen können. Aber bei der Größe des Projekts ist es klar, dass es Höhen und Tiefen gibt. Jetzt sind wir aber auf einem guten Weg”, sagt er. Das Logistik-Cluster solle bis Juni 2013 fertiggestellt sein. Die Cluster Produktionstechnik und Photonik seien ausgeschrieben. Jetzt müsse in nächster Zeit der Bebauungsplan für den Campus West abgestimmt werden - vielleicht auch mit Studentenwohnungen zwischen neuen Uni-Gebäuden.

Der Studentenboom hat eine Nachfrage nach Wohnraum ausgelöst, die trotz vieler Neubauvorhaben kaum bis zum Höhepunkt des Zustroms 2015 bedient werden kann. Dieter Begaß von der Wirtschaftsförderung Aachen rechnet vor: „Prognosen zufolge werden wir in den kommenden Jahren rund 10.000 Studenten mehr in Aachen haben. Der Bestand an Wohnungen reicht nicht aus. 1300 bis 1900 neue Wohnungen entstehen, etwa 4500 werden eigentlich gebraucht. Der Zeitdruck ist hoch.”

Genauso wie die Kreativität bei möglichen Lösungen - zum Beispiel temporäre Containersiedlungen, wie es München im Englischen Garten vorgemacht hat. Auch Kasernen oder Priesterseminare seien als vorübergehende Unterbringungsmöglichkeiten denkbar. Der Aachener Architekt Gerhard Wittfeld plädiert für Uni-nahes Wohnen: „Es muss alles fußläufig erledigt werden können. Das führt zu einer hohen Akzeptanz von Stadt”, erklärt er. Bauvorhaben schleusen Studierende aber auch vor die Stadtgrenzen: nach Würselen, Alsdorf, Herzogenrath und Düren etwa. Bürgermeister und Landräte werben in München um Investitionen für diese Projekte außerhalb des sogenannten Oberzentrums Aachen. Für Gerrit van Vegchel, Vorsitzender der Parkstad Limburg, darf es auch gerne der Schritt über die Grenze sein.

Flexibilität ist gefragt. Auch bei anderen Schwerpunkten am Stand „aachen1a”: Wirtschaftsförderin Anette Reinholz knüpft an das RWTH-Clusterthema Logistik an und betont die wirtschaftliche Bedeutsamkeit des erwünschten Container-Terminals für den Schienengüterverkehr im Kreis Düren. Parallel fahndet man - übrigens mit Partnern aus Köln und Bonn - nach potenten Geldgebern für einen 17 Millionen Euro teuren Erlebnispark auf dem ehemaligen Braunkohle-Abraumberg Sophienhöhe. Als Spezialist für Unternehmensansiedlungen zeigt sich der Heinsberger Josef Minkenberg für den Industriepark Oberbruch. Und Aachen ist zuversichtlich, nun dank vereinfachter Zulassungsbedingungen und günstiger Preise endlich Unternehmen für das Gewerbegebiet Avantis zu akquirieren.

Viele Projektanbieter sind auf der Expo Real Wiederholungstäter. Weils früher schon geklappt hat - oder eben noch nicht. So stellt Thomas Fischer-Rheinbach, Geschäftsführer der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang, mit seinem Team wieder mal ein neues Hotel-Konzept für das Vogelsang-Gelände inmitten des Nationalparks Eifel vor. Die Machbarkeitsstudie des Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle sieht ein Hotel der Kategorie „Drei Sterne plus” mit unter anderem 70 bis 100 Zimmern, einem Restaurant und einem Wellness-Bereich vor. Favorisierter Standort wäre unmittelbar neben dem bereits sanierten Kulturkino.
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