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Insolventes Grand Hotel Heiligendamm endlich verkauft

Von: gego
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Soll Luxusresidenz bleiben: das Grand Hotel Heiligendamm an der Ostsee. Foto: Stock/Bildwerk

Aachen/Heiligendamm. Nach über einem Jahr hat der Dürener Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum endlich einen Käufer für das insolvente Grand Hotel in Heiligendamm gefunden. Wie Zumbaum auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, werden die Berliner Palladio AG und die Investmentgesellschaft De & De Holding das Hotel am 1. Juli übernehmen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa beträgt der Kaufpreis knapp 30 Millionen Euro, den Zumbaum am Mittwoch weder bestätigen noch dementieren wollte. Für die 1850 Menschen, denen das Grand Hotel noch bis zum 30. Juni gehören wird, ist das so oder so eine schlechte Nachricht.

Im Jahr 2000 hatte der Aachener Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld 1850 Anlegern seines Fundus-Fonds‘ 34 das Hotel für insgesamt 127 Millionen Euro verkauft. Jagdfeld versprach, mit Hilfe des Fonds‘, als dessen Geschäftsführer er sich selbst einsetzte, aus dem Grand Hotel ein Luxushotel zu machen, „wie es in Deutschland kein zweites gibt“. Das Versprechen hat er gehalten, wenn auch in völlig anderer Weise als erhofft.

Wie Insolvenzverwalter Zumbaum errechnete, machte das Hotel zwischen 2003 und 2009 etwa 62 Millionen Euro Verlust. Im Februar 2012 musste Jagdfeld Insolvenz anmelden, die Verbindlichkeiten des Fonds‘ liegen nach Informationen unserer Zeitung bei 26 Millionen Euro. Einer der Gläubiger ist die Kreissparkasse Heinsberg, die, ebenso wie die anderen beiden Gläubigerbanken, ihr Geld wohl in voller Höhe zurückerhalten wird. Nach Abzug der Kosten des Insolvenzverfahrens dürfte für Jagdfelds 1850 Anleger hingegen kein Cent mehr übrigbleiben, sollten der Kaufpreis nicht erheblich höher liegen als die kolportierten 30 Millionen Euro. Im Durchschnitt hätte dann jeder der Anleger fast 69 000 Euro verloren. In kaum einem deutschen Immobilienprojekt, auch in keinem Luxushotel, wurde derart viel Geld vernichtet wie in Heiligendamm.

Die Käufer wollen das Hotel weiter als Fünf-Sterne-Plus-Hotel betreiben. Es sei ein schönes Hotel, das aber „gewisse kleine Probleme“ habe, wie Palladio-Vorstand Michael Stehr am Mittwoch erklärte. Das Hotelensemble solle nicht zerschlagen werden. Da die Gruppe über keine Erfahrung für den Betrieb verfügt, sei ein international erfahrene Hotelmanager gewonnen worden.

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